Um es gleich vorwegzunehmen: Ja, er hat. Allerdings nicht direkt, indem er z.B. behauptet hätte: "Ich bin Gott" oder so ähnlich... das ist vermutlich seine Demut, weshalb er es so nicht getan hat. Aber er hat es immer noch deutlich genug getan, so dass man es erkennen kann. Hier habe ich einige Hinweise aufgelistet (ohne Anspruch auf Vollständigkeit), bei denen sein Anspruch Gott zu sein, deutlich wird:
Inhalt
1. Selbstaussagen
Jesu im NT
1.1. Jesus
tritt mit Vollmacht, Autorität
und Selbstgewissheit auf
1.1.1.
"Ich bin"
1.1.2. "Ich
aber sage euch"
1.1.3. "Amen,
Amen, ich sage euch"
1.1.4. Umgang
Jesu mit dem Reinheitsgebot
1.2. Jesus
akzeptiert es als Gott angebetet
zu werden
1.3. Jesus
trägt im NT den
Titel "Herr" (kyrios)
1.4. Jesus
sagt: "Schaut mich an und ihr
seht Gott den Vater!"
1.5. "Alle
sollen mich ehren, wie sie
den Vater ehren, denn mir ist das ganze Gericht übergeben..."
1.6. "Wer an
mich glaubt... und wer mein
Wort hört und ihm glaubt..."
1.7. "Alles
was der Vater besitzt ist
mein..."
1.8. "Wer an
mich glaubt, der glaubt an
den Vater! Wer mich sieht, sieht den Vater!"
1.9. "wo
zwei oder drei versammelt
sind in meinem Namen, da bin ich in ihrer Mitte"
1.10. "Wenn
jemand mein Wort bewahren
wird, so wird er den Tod nicht sehen in Ewigkeit."
1.11. "Ehe
Abraham war, bin ich."
1.12. "Ich
und der Vater sind eins."
1.13. "Mein
Vater wirkt und ich wirke
auch"
1.14. "Ich
bin der gute Hirte"
1.15. "Ich
bin das Licht"
1.16. "Ich
bin der Weg, die Wahrheit
und das Leben"
1.17. "Deine
Sünden sind vergeben"
1.18. Jesus
ist der Retter
1.19. Menschensohn
1.20. Gottessohn
2. Fremdaussagen
über Jesus (oder:
was andere über Jesus sagten) im NT
2.1. Paulus
2.2. Petrus
2.3. Johannes
3. Auch
ausserbiblische Quellen weisen darauf
hin, dass Jesus von Anfang an als Gott verehrt wurde
3.1. Kirchenväter
3.1.1. Ignatius,
Bischof von Antiochia
3.1.2. Irenäus,
Bischof von Lyon
3.2. Gajus
Plinius Caecilius Secundus
3.3. Der
griechische Satiriker Lukian
(Lucian) von Samosata
3.4. Ein
entdecktes Spottkruzifix
3.5. Die
Glaubensbekenntnisse lassen keinen
Zweifel an der Gottheit Jesu
3.5.1 Apostolische
Glaubensbekenntnisse
3.5.1.1 Taufbekenntnis
3.5.1.2. Romanum
3.5.1.3. Endgültige
Form des
apostolischen Glaubensbekenntnisses
3.5.2. Nicänisches
Glaubensbekenntnis
3.5.3. Athanasisches
Glaubensbekenntnis
3.6. Didache
4. Schlussfolgerung
"Er [Jesus] ist der einzige Religionsstifter, der stets behauptet hat, Gott zu sein, und die einzige Persönlichkeit, die einen großen Teil der Welt auch davon überzeugt hat, dass er es ist." Thomas Schultz, The Doctrine of the Person of Christ, S. 209.
Zuerst einige Selbstaussagen Jesu:
1.1. Jesus tritt mit Vollmacht, Autorität und Selbstgewissheit auf
Das immer wiederkehrende "Ich bin" (griech. ego eimi), das Jesus verwendet (Ich bin das Brot des Lebens, ich bin das Licht der Welt, ich bin von oben her, ich bin der Weg, ich bin die Wahrheit, ich bin die Auferstehung und das Leben, ich bin die Tür, ich bin der gute Hirte, ich bin das lebendige Wasser, ich bin das Alpha und das Omega, etc.) ist eine deutliche Parallele zum Namen Gottes, wir er sich Mose am Berg Horeb offenbart hat:
Johannesevangelium:
Ich bin das Brot des
Lebens: Wer zu mir kommt,
wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr dürsten.
6,35
... ich bin vom
Himmel herabgekommen, nicht daß
ich meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.
6,38
Ich bin das Brot des
Lebens. 6,48
Ich bin das Licht der
Welt; wer mir nachfolgt,
wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des Lebens
haben. 8,12
Ihr seid von dem, was unten ist,
ich bin von dem, was
oben ist; ihr seid von dieser
Welt,
ich bin nicht von
dieser Welt. 8,23
Ich bin die Tür; wenn
jemand durch mich hineingeht,
so wird er errettet werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden.
10,9
Ich bin der gute
Hirte; der gute Hirte läßt
sein Leben für die Schafe. 10,11
Ich bin die
Auferstehung und das Leben; wer an
mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist ... 11,25
Ich bin als Licht in
die Welt gekommen, damit
jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe ... 12,46
Ich bin der Weg und
die Wahrheit und das Leben.
Niemand kommt zum Vater als nur durch mich. 14,6
Ich bin der Weinstock,
ihr seid die Reben. Wer
in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht, denn getrennt von
mir könnt ihr nichts tun. 15,5
2.Mose 3,13-15
13 Mose aber antwortete Gott: Siehe, wenn
ich zu den
Söhnen Israel komme und ihnen sage: Der Gott eurer Väter hat
mich zu euch gesandt, und sie mich fragen: Was ist sein Name?, was soll
ich dann zu ihnen sagen?
14 Da sprach Gott zu Mose: »Ich
bin, der ich
bin«. Dann sprach er: So sollst du zu den Söhnen Israel
sagen: Der »Ich bin« hat mich zu euch gesandt.
15 Und Gott sprach weiter zu Mose: So
sollst du zu den
Söhnen Israel sagen: Jahwe, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams,
der Gott Isaaks und der Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt. Das ist
mein Name in Ewigkeit, und das ist meine Benennung von Generation zu
Generation.
"Jesus ist der »Ich bin«.
In den »Ich-bin-Worten«, die uns im Johannesevangelium und im Buch der Offenbarung überliefert sind, macht Jesus mit vielen Bildern und Vergleichen deutlich, wer er ist.
»Ich bin« - diese beiden kleinen Worte entsprechen schon dem Namen, mit dem Gott sich dem Mose offenbart hatte: »Ich bin, der ich bin!«" Dr. Roland Werner, Von Jesus bewegt, hänssler Verlag, Holzgerlingen, 2008, S.36
Oder noch deutlicher verwendet er dieses "Ich bin" an dieser Stelle, als er vor dem Hohen Rat direkt gefragt wird ob er der Messias (aram. meschicha - hebr. maschiach - griech. christos) sei:
Mk 14,60-65
60 Und der Hohepriester stand auf, trat in
die Mitte
und fragte Jesus und sprach: Antwortest du nichts? Was zeugen diese
gegen
dich?
61 Er aber schwieg und antwortete nichts.
Wieder fragte
ihn der Hohepriester und spricht zu ihm: Bist du der Christus, der Sohn
des Hochgelobten?
62 Jesus aber sprach: Ich bin
es! [eigentlich
nur: Ich bin!, das "es" fehlt im Text] Und ihr
werdet den Sohn des
Menschen sitzen sehen zur Rechten der Macht und kommen mit den Wolken
des
Himmels.
63 Der Hohepriester aber zerriß seine
Kleider und
spricht: Was brauchen wir noch Zeugen?
64 Ihr habt die Lästerung gehört. Was
meint
ihr? Sie verurteilten ihn aber alle, daß er des Todes schuldig sei.
65 Und einige fingen an, ihn anzuspeien
und sein Angesicht
zu verhüllen und ihn mit Fäusten zu schlagen und zu ihm zu sagen:
Weissage! Und die Diener schlugen ihn ins
Gesicht.
=> An dieser Stelle (Vers 62) fehlt das Wörtlein "es" auffallenderweise im Text, er sagt schlicht aber deutlich in Parallele zu Gott am Horeb: 'Ich bin!'.
Das Zerreissen des Gewandes des
Hohenpriesters, durch
das er seine Abscheu vor der Gotteslästerung zum Ausdruck brachte,
erklärte Henry Barclay Swete:
"Das Gesetz verbot dem Hohenpriester, sein
Gewand bei
privaten Streitigkeiten zu zerreißen [Ihr sollt eure Häupter
nicht entblößen, noch eure Kleider zerreißen, damit ihr
nicht sterbt und der Zorn über die ganze Gemeinde komme. 3. Mose 10,6
Wer aber Hoherpriester ist unter seinen Brüdern, auf dessen Haupt
das Salböl gegossen worden, und dem man die Hand gefüllt hat
bei der Einkleidung, der soll sein Haupt nicht entblößen und
seine Kleider nicht zerreißen. 21,10], doch wenn er als
Richter
in Aktion trat, war er durch die Sitte verpflichtet, auf diese Weise
seine
Abscheu über jede Gotteslästerung, die in seiner Gegenwart geäußert
wurde, zum Ausdruck zu bringen. Die Erleichterung des in Verlegenheit
geratenen
Richters ist offenkundig. Wenn kein glaubwürdiger Beweis dagegen
aufzutreiben
war, erübrigte sich die Notwendigkeit dafür jetzt. Der Gefangene
hatte sich selbst belastet." Henry Barclay Swete, The Gospel According
to St. Mark, S. 339.
1.1.2. "Ich aber sage euch..."
Mt 5,21+22
21 Ihr habt gehört, daß zu den
Alten1
gesagt ist: Du sollst nicht töten; wer aber töten wird, der
wird dem Gericht verfallen sein2.
22 Ich aber sage euch,
daß jeder, der seinem
Bruder zürnt, dem Gericht verfallen sein wird; wer aber zu seinem
Bruder sagt: Raka! dem Hohen Rat verfallen sein wird; wer aber sagt: Du
Narr! der Hölle des Feuers verfallen sein wird.
1griech. αρχαίοις archaíos
alt, was von Anfang (arche)
an war, ursprünglich,
früher; es kann auch (wie an dieser Stelle) die Vorfahren bezeichnen,
mit denen Gott den Bund am Sinai schloß
22.Mose 20,13;
5.Mose 5,17
Du sollst nicht töten. –
2.Mose 21,12
Wer einen Menschen
<so> schlägt, daß
er stirbt, muß getötet werden.
Mt 5,27-28
27 Ihr habt gehört, daß gesagt
ist:
Du sollst nicht ehebrechen3.
28 Ich aber sage euch,
daß jeder, der eine
Frau ansieht, sie zu begehren, schon Ehebruch mit ihr begangen hat in
seinem
Herzen.
32.Mose
20,14; 5.Mose 5,18
Du sollst nicht ehebrechen. –
Mt 5,31-35
31 Es ist aber gesagt:
Wer seine Frau entlassen
will, gebe ihr einen Scheidebrief4.
32 Ich aber sage euch:
Jeder, der seine Frau entlassen
wird, außer aufgrund von Hurerei, macht, daß mit ihr Ehebruch
begangen wird; und wer eine Entlassene heiratet, begeht Ehebruch.
33 Wiederum habt ihr gehört, daß
zu den
Alten gesagt ist: Du sollst nicht falsch schwören, du sollst
aber
dem Herrn deine Eide erfüllen.
34 Ich aber sage euch:
Schwört überhaupt
nicht! Weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Thron;
35 noch bei der Erde, denn sie ist seiner
Füße
Schemel; noch bei Jerusalem, denn sie ist des großen Königs
Stadt;
45.Mose
24,1
Wenn ein Mann eine Frau nimmt
und sie heiratet
und es geschieht, daß sie keine Gunst in seinen Augen findet, weil
er etwas Anstößiges an ihr gefunden hat und er ihr einen Scheidebrief
geschrieben, ihn in ihre Hand gegeben und sie aus seinem Haus entlassen
hat...
Mt 5,38-39
38 Ihr habt gehört, daß gesagt
ist:
Auge um Auge und Zahn um Zahn.5
39 Ich aber sage euch:
Widersteht nicht dem Bösen,
sondern wenn jemand dich auf deine rechte Backe schlagen wird, dem
biete
auch die andere dar;
52.Mose
21,24-25
24 Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um
Hand, Fuß
um Fuß,
25 Brandmal um Brandmal, Wunde um Wunde,
Strieme um Strieme.
3.Mose 24,20
Bruch um Bruch, Auge um Auge, Zahn um
Zahn; wie er einem
Menschen einen Schaden zufügt, so soll ihm zugefügt werden.
5.Mose 19,21
Und du sollst nicht schonen: Leben um
Leben, Auge um
Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß!
Mt 5,43-44
43 Ihr habt gehört, daß gesagt
ist:
Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.
44 Ich aber sage euch:
Liebt eure Feinde, und
betet für die, die euch verfolgen,
=> Jesus stellt sich hiermit über Mose, dem die 10 Gebote und das restliche "Gesetz" (hebr. Thora - Weisung, die 5 Bücher Mose) ausdrücklich von Gott gegeben wurde und stellt sich damit Gott gleich: nur Gott selbst kann die Gebote Gottes erweitern oder abändern.
Ernst Käsemann (* 12. September
1906 in Bochum-Dahlhausen;
† 17. Februar 1998 in Tübingen) von 1959-1971 Professor für Neues
Testament in Tübingen schrieb hierzu 1954 in seinem Aufsatz "Das
Problem
des historischen Jesus":
" »Ihr habt gehört, dass zu den Alten
gesagt
ist, ich aber sage euch« (Matthäus 5,21ff) Diese
Worte
»gehören zum Erstaunlichsten in den Evangelien überhaupt«:
ihre Unerhörtheit bezeugt ihre Echtheit. Mit dem Satz: »Ich
aber sage euch« beansprucht Jesus eine Autorität, die über
der des Moses steht. Dazu gibt es auf jüdischem Boden keine Parallelen
und kann es keine geben. Denn der Jude, der solche Vollmacht
beansprucht,
hat sich aus dem Verband des Judentums gelöst. Mag Jesus auch als
Rabbi oder als Prophet aufgetreten sein, so hat er mit seinem Anspruch
doch die Vollmacht jedes Rabbi und Propheten überschritten, denn beide
standen nach jüdischen Glauben unter der Autorität des Moses.
[...] Die einzige Kategorie, die seinem Anspruch gerecht wird, ist die
des Messias, auch wenn er sie selbst nicht benutzt oder gefordert hat."
Ernst Käsemann, Das Problem des
historischen Jesus,
a.a.O., S.206-212, zit. bei Heinz Zahrnt, Die Sache mit Gott, Die
protestantische
Theologie im 20. Jahrhundert, Achtes Kapitel Die Wiederentdeckung des
historischen
Jesus, S. 287+288
1.1.3. "Amen, Amen, ich sage euch"
Mt 5,18
Denn wahrlich1,
ich sage euch: Bis
der Himmel und die Erde vergehen, soll auch nicht ein Jota oder ein
Strichlein
von dem Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist.
1griech.
αμήν amén
wahrlich, fest, gewiß, zuverlässig,
treu, Amen; es ist das aus dem Hebr. übernommenes Fremdwort Amen,
das Treue und Wahrheit bedeutet (vgl. 4Mo 5,22; 1Chr 16,36) und nur von
Jesus wird es zur Einleitung mancher seiner Worte gebraucht, um die
Aufmerksamkeit
der Zuhörer zu erhöhen und ihnen die Wahrheit und Wichtigkeit
des Folgenden zu verdeutlichen; außerdem will Jesus dadurch, daß
er als einziger seine Rede mit Amen einleitet, zeigen, daß er mit
göttlicher Vollmacht spricht (vgl. Jes 65,16 »Gott der Treue«,
wörtl.: Gott des Amen).
Mt 6,2
2 Wenn du nun Almosen gibst, sollst du
nicht vor dir
her posaunen lassen, wie die Heuchler tun in den Synagogen und auf den
Gassen, damit sie von den Menschen geehrt werden. Wahrlich,
ich
sage euch, sie haben ihren Lohn dahin.
Mt 6,5
5 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein
wie die Heuchler;
denn sie lieben es, in den Synagogen und an den Ecken der Straßen
stehend zu beten, damit sie von den Menschen gesehen werden. Wahrlich,
ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin.
Mt 6,16
16 Wenn ihr aber fastet, so seht nicht
düster aus
wie die Heuchler! Denn sie verstellen ihre Gesichter, damit sie den
Menschen
als Fastende erscheinen. Wahrlich, ich sage euch,
sie haben ihren
Lohn dahin.
Joh 3,3
3 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich,
wahrlich,
ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das
Reich
Gottes nicht sehen.
Joh 3,5
5 Jesus antwortete: Wahrlich,
wahrlich, ich sage
dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht
in das Reich Gottes hineingehen.
Joh 3,11
11 Wahrlich, wahrlich,
ich sage dir: Wir reden,
was wir wissen, und bezeugen, was wir gesehen haben, und unser Zeugnis
nehmt ihr nicht an.
Joh 5,19
19 Da antwortete Jesus und sprach zu
ihnen: Wahrlich,
wahrlich, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich selbst
tun,
außer was er den Vater tun sieht; denn was der tut, das tut ebenso
auch der Sohn.
Joh 5,24-25
24 Wahrlich, wahrlich,
ich sage euch: Wer mein
Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, <der> hat
ewiges
Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist aus dem Tod in das
Leben
übergegangen.
25 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, daß
die Stunde
kommt und jetzt da ist, wo die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören
werden, und die sie gehört haben, werden leben.
Joh 6,32
32 Da sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich,
wahrlich,
ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot aus dem Himmel gegeben,
sondern
mein Vater gibt euch das wahrhaftige Brot aus dem Himmel.
Joh 6,47
47 Wahrlich, wahrlich,
ich sage euch: Wer glaubt,
hat ewiges Leben.
Joh 8,34
34 Jesus antwortete ihnen: Wahrlich,
wahrlich,
ich sage euch: Jeder, der die Sünde tut, ist der Sünde Sklave.
Joh 8,51
51 Wahrlich, wahrlich,
ich sage euch: Wenn jemand
mein Wort bewahren wird, so wird er den Tod nicht sehen in Ewigkeit.
Joh 8,58
58 Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich,
wahrlich,
ich sage euch: Ehe Abraham war, bin ich.
Joh 10,1
10
1 Wahrlich, wahrlich,
ich sage euch: Wer nicht
durch die Tür in den Hof der Schafe hineingeht, sondern anderswo
hinübersteigt,
der ist ein Dieb und ein Räuber.
Joh 10,7
7 Jesus sprach nun wieder zu ihnen:
Wahrlich, wahrlich,
ich sage euch: Ich bin die Tür der Schafe.
Joh 13,20
20 Wahrlich, wahrlich,
ich sage euch: Wer aufnimmt,
wen ich senden werde, nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, nimmt den
auf, der mich gesandt hat.
Joh 14,12
12 Wahrlich, wahrlich,
ich sage euch: Wer an mich
glaubt, der wird auch die Werke tun, die ich tue, und wird größere
als diese tun, weil ich zum Vater gehe.
Joh 16,23
23 Und an jenem Tag werdet ihr mich nichts
fragen. Wahrlich,
wahrlich, ich sage euch: Was ihr den Vater bitten werdet in
meinem
Namen, wird er euch geben.
Jesus verwendete dieses
Wahrlich/Amen sehr oft: Insgesamt
kommt das griech. αμήν 101 mal in 76 Versen
zwischen Mt-Joh vor (weil Jesus öfter auch αμήν αμήν sagt, sind es
weniger Verse) => gesucht wurde mit Bible Works
im Nestle Aland Text der 27. Auflage.
Matt. 5:18 Matt. 5:26 Matt. 6:2 Matt. 6:5
Matt. 6:16
Matt. 8:10 Matt. 10:15 Matt. 10:23 Matt. 10:42 Matt. 11:11 Matt. 13:17
Matt. 16:28 Matt. 17:20 Matt. 18:3 Matt. 18:13 Matt. 18:18 Matt. 18:19
Matt. 19:23 Matt. 19:28 Matt. 21:21 Matt. 21:31 Matt. 23:36 Matt. 24:2
Matt. 24:34 Matt. 24:47 Matt. 25:12 Matt. 25:40 Matt. 25:45 Matt. 26:13
Matt. 26:21 Matt. 26:34 Mk. 3:28 Mk. 8:12 Mk. 9:1 Mk. 9:41 Mk. 10:15
Mk.
10:29 Mk. 11:23 Mk. 12:43 Mk. 13:30 Mk. 14:9 Mk. 14:18 Mk. 14:25 Mk.
14:30
Mk. 16:9 Lk. 4:24 Lk. 12:37 Lk. 18:17 Lk. 18:29 Lk. 21:32 Lk. 23:43 Jn.
1:51 Jn. 3:3 Jn. 3:5 Jn. 3:11 Jn. 5:19 Jn. 5:24 Jn. 5:25 Jn. 6:26 Jn.
6:32
Jn. 6:47 Jn. 6:53 Jn. 8:34 Jn. 8:51 Jn. 8:58 Jn. 10:1 Jn. 10:7 Jn.
12:24
Jn. 13:16 Jn. 13:20 Jn. 13:21 Jn. 13:38 Jn. 14:12 Jn. 16:20 Jn. 16:23
Jn.
21:18
=> Indem Jesus viele Aussagen mit Amen einleitet(!) (manchmal sogar noch verstärkend mit einem doppelten Amen) spricht er mit der Autorität Gottes, denn nur Gott ist der »Gott der Treue« und das Amen. => Jes 65,16 Daher, wer sich im Land segnet, wird sich bei dem Gott der Treue [hebr. Amen] segnen, und wer im Land schwört, wird bei dem Gott der Treue [hebr. Amen] schwören. Denn die früheren Nöte werden vergessen und vor meinen Augen verborgen sein.
Professor Ernst Käsemann zu Amen/Wahrlich:
"Jesus hat sich zweifellos als
»inspiriert«
verstanden [d.h. dass Gott durch ihn redete]. Das beweist unter anderem
sein eigentümlicher Gebrauch der Vokabel »Amen«. Auch
im zeitgenössischen Judentum wurde »Amen« verwendet, aber
da stand es, wie heute bei uns, am Ende als Antwort auf ein
vorangegangenes
Gebet oder eine Schriftlesung, und nur ein anderer konnte »Amen«
sagen. Bei Jesus hingegen steht das Wort am Anfang, und er sagt es
selbst:
»Amen, ich sage euch.« Daraus spricht eine höchste unmittelbare
Gewißheit, wie sie durch Inspiration vermittelt wird."
Ernst Käsemann, Das Problem des
historischen Jesus,
a.a.O., S.206-212, zit. bei Heinz Zahrnt, Die Sache mit Gott, Die
protestantische
Theologie im 20. Jahrhundert, Achtes Kapitel Die Wiederentdeckung des
historischen
Jesus, S. 288
1.1.4. Umgang Jesu mit dem Reinheitsgebot
Mt 15,1-20
15
1 Dann kommen Pharisäer und
Schriftgelehrte von
Jerusalem zu Jesus und sagen:
2 Warum übertreten deine Jünger die
Überlieferung
der Ältesten? Denn sie waschen ihre Hände nicht, wenn sie
Brot essen.
3 Er aber antwortete und sprach zu ihnen:
Warum übertretet
auch ihr das Gebot Gottes um eurer Überlieferung willen?
4 Denn Gott hat gesagt: »Ehre den Vater
und die
Mutter!« und: »Wer Vater oder Mutter flucht, soll des Todes
sterben.«
5 Ihr aber sagt: Wer zum Vater oder zur
Mutter spricht:
Eine Opfergabe <sei das>, was du von mir an Nutzen haben
würdest,
6 der braucht seinen Vater <oder
seine Mutter> nicht
zu ehren; und ihr habt <so> das Wort Gottes ungültig
gemacht um
eurer Überlieferung willen.
7 Heuchler! Treffend hat Jesaja über euch
geweissagt,
indem er spricht:
8 »Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen,
aber ihr
Herz ist weit entfernt von mir.
9 Vergeblich aber verehren sie mich, indem
sie als Lehren
Menschengebote lehren.«
10 Und er rief die Volksmenge herbei und
sprach zu ihnen:
Hört und versteht!
11 Nicht was in den Mund
hineingeht, verunreinigt
den Menschen, sondern was aus dem Mund herausgeht, das verunreinigt den
Menschen.
12 Dann traten die Jünger hinzu und
sprachen zu
ihm: Weißt du, daß die Pharisäer sich ärgerten, als
sie das Wort hörten?
13 Er aber antwortete und sprach: Jede
Pflanze, die mein
himmlischer Vater nicht gepflanzt hat, wird ausgerissen werden.
14 Laßt sie! Sie sind blinde Leiter der
Blinden.
Wenn aber ein Blinder einen Blinden leitet, so werden beide in eine
Grube
fallen.
15 Petrus aber antwortete und sprach zu
ihm: Deute uns
dieses Gleichnis!
16 Er aber sprach: Seid auch ihr noch
unverständig?
17 Begreift ihr nicht, daß
alles, was in den
Mund hineingeht, in den Bauch geht und in den Abort ausgeworfen wird?
18 Was aber aus dem Mund
herausgeht, kommt aus dem
Herzen hervor, und das verunreinigt den Menschen.
19 Denn aus dem Herzen kommen
hervor böse Gedanken:
Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsche Zeugnisse, Lästerungen;
20 diese Dinge sind es, die den
Menschen verunreinigen,
aber mit ungewaschenen Händen zu essen, verunreinigt den Menschen
nicht.
=> Jesus tritt hier in der Autorität und Vollmacht Gottes auf, indem er die Reinheitsgebote völlig neu fasst, nämlich dass Wasser den Menschen nicht reinigen kann und Nahrung ihn nicht verunreinigen kann, sondern dass die bösen Gedanken des Herzen den Menschen verunreinigen.
Nochmals Professor Ernst Käsemann
zum Reinheitsgesetz:
"Dasselbe gilt von Jesu Umgang mit dem
jüdischen
Reinheitsgesetz. Den vielen Geboten der äußeren kultischen Reinheit
von Gegenständen stellt Jesus die eine Forderung der inneren Reinheit
des menschlichen Herzens entgegen: »Was zum Munde eingeht das macht
den Menschen nicht unrein ... was aber zum Munde herusgeht, das kommt
aus
dem Herzen und macht den Menschen unrein.« (Matthäus 15,1ff)
Damit geht Jesus nicht nur wieder mit einer unerhörten Souveränität
an dem Wortlaut des jüdischen Gesetzes und der Autorität des
Moses vorüber, sondern damit hebt er das gesamte antike Kultwesen
mit seiner Unterscheidung zwischen rein und unrein, zwischen sakral und
profan aus den Angeln."
Ernst Käsemann, Das Problem des
historischen Jesus,
a.a.O., S.206-212, zit. bei Heinz Zahrnt, Die Sache mit Gott, Die
protestantische
Theologie im 20. Jahrhundert, Achtes Kapitel Die Wiederentdeckung des
historischen
Jesus, S. 288
1.2. Jesus akzeptiert es als Gott angebetet zu werden
Joh 20,24-29
24 Thomas aber, einer von den Zwölfen,
genannt Zwilling,
war nicht bei ihnen, als Jesus kam.
25 Da sagten die anderen Jünger zu ihm:
Wir haben
den Herrn gesehen.
Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich nicht in
seinen Händen
das Mal der Nägel sehe und meine Finger in das Mal der Nägel
lege und lege meine Hand in seine Seite, so werde ich nicht glauben.
26 Und nach acht Tagen waren seine Jünger
wieder
drinnen und Thomas bei ihnen. Da kommt Jesus, als die Türen
verschlossen
waren, und trat in die Mitte und sprach: Friede euch!
27 Dann spricht er zu Thomas: Reiche
deinen Finger her
und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine
Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!
28 Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein
Herr
und mein Gott!
29 Jesus spricht zu ihm: Weil du mich
gesehen hast,
hast
du geglaubt. Glückselig sind die nicht gesehen und doch geglaubt
haben!
=> Als Thomas zweifelte,
als er sagte: "Wenn ich Jesus
nicht mit meinen eigenen Augen und ihn mit meinen Händen befühlt
habe, werde ich nicht glauben!" nimmt Jesus seine Zweifel ernst und
begegnet
ihm körperlich, physisch tast- und fühlbar.
Als Thomas dann zu der Erkenntnis gelangt:
"Mein Herr
(griech. kyrios) und mein Gott (griech. theos)!" akzeptiert Jesus es
nicht
nur, sondern er tadelt lediglich, dass er erst durch diese sicht- und
fühlbaren
Beweise zum Glauben gekommen ist.
John Stott erläuterte in Basic
Christianity den Ausruf
des Thomas folgendermassen:
"Am Sonntag nach Ostern war der ungläubige
Thomas
mit den andern Jüngern in dem oberen Raum zusammen, als Jesus erschien.
Er forderte Thomas auf, seine Wunden mit den Händen zu berühren,
und Thomas, überwältigt von dem Wunder, schrie auf: »Mein
Herr und mein Gott!«. Jesus akzeptiert diese Bezeichnung. Er tadelt
Thomas wegen seines Unglaubens, aber nicht für die Äußerung
der Anbetung." John R. W. Stott, Basic Christianity, S. 28
1.3. Jesus trägt im NT den Titel "Herr" (kyrios)
1. Das griech. Wort kyrios wurde für Herrscher, Kaiser und Könige verwandt:
"Kaiser Augustus wurde 12 vChr in Ägypten theòs kai kyrios = Gott und Herr genannt; in Oberägypten die Königin Kandake (vgl. Apg. 8,27) hä kyría basilísa = die Herrin (und) Königin. Auch auf Herodes den Gr., Agrippa I., Agrippa II. wird der Titel kyrios angewandt. [...]
Caligula [...] ließ sich den kyrios-Titel gefallen. Seit Nero auf einer Inschrift als ho tou pantòs kósmou kyrios = Herr der ganzen Welt (Weltall) bezeichnet wird,
taucht der kyrios-Titel wieder häufiger auf." Theologisches Begriffslexikon zum Neuen Testament, herausgegeben von Lothar Coenen, Erich Beyreuter und Hans Bietenhard, R. Brockhausverlag, 1. Sonderauflage 1993, Artikel kyrios, S.660
2. In der griech. Übersetzung des AT, der Septuaginta (LXX) wird anstelle des Namens Gottes "Ich bin, der ich bin"
(JHWH => Jahweh/Jehowah/oder wie auch immer der hebr. Name Gottes ursprünglich ausgesprochen wurde) das griech. Wort kyrios (Herr)
benutzt und dies als ein Name oder eine Bezeichnung Gottes - als ein Synonym für Gott:
"In der LXX kommt kyrios über 9000 mal vor. [...] An der überwiegenden Zahl der Stellen jedoch (6156 mal) gibt kyrios den hebr. Eigennahmen Gottes,
JHWH (das Tetragramm) wieder." Theologisches Begriffslexikon zum Neuen Testament, herausgegeben von Lothar Coenen, Erich Beyreuter und Hans Bietenhard, R. Brockhausverlag, 1. Sonderauflage 1993, Artikel kyrios, S.660
"Jesus ist der Herr.
Diese Aussage war eins der frühsten Glaubensbekenntnisse der Christen. Das griechische Wort für »Herr«, Kyrios, hat eine doppelte Bedeutung.
Zum einen bezeichnete es den Kaiser, den absoluten Herrscher des römischen Weltreichs. Gleichzeitig ist Kyrios auch die griechische Übersetzung des hebräischen Gottesnamens »Jahwe«.
Jesus ist der Herr - das bedeutet also: Er ist der Herr über diese Welt und er ist gleichzeitig Gott selbst!" Dr. Roland Werner, Von Jesus bewegt, hänssler Verlag, Holzgerlingen, 2008, S.34+35
=> Wenn Jesus nun im NT mit kyrios angeredet wird, weist dies auf ihn als Herrscher/König und als Gott hin, da diese Bedeutungen in dem Titel kyrios beinhaltet sind.
z.B. wird er hier so genannt:
Joh 13,13
13 Ihr nennt mich Lehrer und Herr
[griech. kyrios,
überall wo Herr fett gedruckt ist], und ihr sagt
recht, denn
ich bin es [eigentl.: denn ich bin! - wieder ohne "es", wieder der
Gleichklang
mit Gott am Horeb].
Apg 7,59-60
59 Und sie steinigten den Stephanus, der
betete und sprach:
Herr
Jesus,
nimm meinen Geist auf!
60 Und niederkniend rief er mit lauter
Stimme: Herr,
rechne ihnen diese Sünde nicht zu! Und als er dies gesagt hatte,
entschlief
er.
Apg 9,17
17 Hananias aber ging hin und kam in das
Haus; und er
legte ihm die Hände auf und sprach: Bruder Saul, der Herr
[hier
mit Artikel] hat mich gesandt, Jesus – der dir erschienen ist auf dem
Weg,
den du kamst – damit du wieder sehend und mit Heiligem Geist erfüllt
werdest.
Apg 10,36
36 Das Wort, das er den Söhnen Israels
gesandt hat,
indem er Frieden verkündigte durch Jesus Christus – dieser ist aller
Herr
–
1.Kor 8,5-6
5 Denn wenn es auch sogenannte Götter gibt
im Himmel
oder auf Erden – wie es ja viele Götter und viele Herren gibt –,
6 so ist doch für uns ein Gott, der Vater,
von dem
alle Dinge sind und wir auf ihn hin, und ein Herr,
Jesus Christus,
durch den alle Dinge sind und wir durch ihn.
Phil 2,9-11
9 Darum hat Gott ihn auch hoch erhoben und
ihm den Namen
verliehen, der über jeden Namen ist,
10 damit in dem Namen Jesu jedes Knie sich
beuge, der
Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen,
11 und jede Zunge bekenne, daß Jesus
Christus Herr
ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.
2.Thess 2,16-17
16 Er selbst aber, unser Herr Jesus
Christus,
und Gott, unser Vater, der uns geliebt und uns in seiner Gnade ewigen
Trost
und gute Hoffnung gegeben hat,
17 tröste eure Herzen und stärke sie in
jedem
guten Werk und Wort!
Offb 22,20
20 Der diese Dinge bezeugt, spricht: Ja,
ich komme bald.
Amen, komm, Herr Jesus!
1.4. Jesus sagt: "Schaut mich an und ihr seht Gott den Vater!"
Joh 14,8-10
8 Philippus spricht zu ihm: Herr, zeige
uns den Vater,
und es genügt uns.
9 Jesus spricht zu ihm: So lange Zeit bin
ich bei euch,
und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen
hat, hat
den Vater gesehen. Und wie sagst du: Zeige uns den Vater?
10 Glaubst du nicht, daß ich in dem Vater
bin und
der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch rede, rede ich nicht
von
mir selbst;
der Vater aber, der in mir bleibt, tut
seine Werke.
=> Auch schon im Alten
Testament trug Gott den Titel:
Vater.
z.B. hier: "Denn du bist unser Vater. Denn
Abraham weiß
nichts von uns, und Israel kennt uns nicht. Du, HERR, bist unser Vater,
unser Erlöser von alters her, das ist dein Name." Jes 63,16
oder hier: "...ich bin Israel wieder zum Vater geworden, und Ephraim ist mein Erstgeborener." Jer 31,9
oder auch hier: "Ein Vater der Waisen und ein Richter der Witwen ist Gott in seiner heiligen Wohnung." Ps 68,6
"Der Vater" meint also einfach
Gott. Wenn Jesus nun vom
Vater redet, meint er damit einfach Gott. Jesus setzt dann sich und
Gott
gleich, wenn er sagt:
-> "wer mich gesehen hat, hat den
Vater gesehen"!
1.5. "Alle sollen mich ehren, wie sie den Vater ehren, denn mir ist das ganze Gericht übergeben, damit alle den Sohn wie den Vater ehren..."
Joh 5,22-23
22 Denn der Vater richtet auch niemand, sondern
das
ganze Gericht hat er dem Sohn gegeben,
23 damit alle den Sohn ehren,
wie sie den Vater ehren.
Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat.
=> Jesus macht keinen Unterschied darin, ihn oder den Vater (Gott) zu ehren und anzubeten ("... wie sie den Vater ehren"), er sagt sogar, dass alle genauso, wie sie Gott ehren, auch den Sohn, also ihn, Jesus, ehren sollen und dass wer den Sohn nicht ehrt auch den Vater nicht ehrt! Das wäre Gotteslästerung, wäre Jesus nicht Gott. Denn kein Geschöpf darf die Ehre, die alleine Gott zusteht annehmen, kein Geschöpf darf Anbetung annehmen:
z.B. verbot ein Engel, der
Johannes viele Dinge offenbart
hatte, ihn anzubeten:
Offb 22
8 Und ich, Johannes, bin der, welcher
diese Dinge hörte
und sah; und als ich sie hörte und sah, fiel ich nieder, um anzubeten
vor den Füßen des Engels, der mir diese Dinge zeigte.
9 Und er spricht zu mir: Siehe zu, tu es
nicht! Ich bin
dein Mitknecht und der deiner Brüder, der Propheten, und derer, welche
die Worte dieses Buches bewahren. Bete Gott an!
Auch Petrus verwehrte es
Kornelius, dass er ihm huldigte,
ihn anbetete:
Apg 10
25 Als es aber geschah, daß Petrus
hereinkam, ging
Kornelius ihm entgegen, fiel ihm zu Füßen und betete ihn an/huldigte
ihm.
26 Petrus aber richtete ihn auf und
sprach: Steh auf!
Auch ich bin ein Mensch.
1.6. "Wer an mich glaubt... und wer mein Wort hört und ihm glaubt..."
Joh 5,24
24 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer
mein Wort
hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und
kommt nicht ins Gericht, sondern er ist aus dem Tod in das Leben
übergegangen.
=> Jesus sagt, es sei
wichtig sein Wort zu hören
und dem Vater (Gott), der ihn gesandt hat, Glauben zu schenken. Er
stellt
damit sein Wort und das Wort Gottes, der ihn gesandt hatte auf eine
Stufe
und macht sogar den Empfang des ewigen Lebens und die Verschonung vor
dem
Gericht davon abhängig, sein Wort zu hören und durch ihn an Gott
zu glauben!
1.7. "Alles was der Vater besitzt ist mein..."
Joh 16,15
15 Alles, was der Vater hat, ist
mein; darum sagte
ich, daß er von dem Meinen nimmt und euch verkündigen wird.
Joh 17,10
10 - und alles, was mein ist,
ist dein, und was dein
ist, mein.
11 Und ich bin nicht mehr in der Welt, und
diese sind
in der Welt, und ich komme zu dir. Heiliger Vater! Bewahre sie in
deinem
Namen, den du mir gegeben hast, daß sie eins seien wie wir!
"Alles, was der Vater hat, ist
mein" => Das bedeutet:
Alles was der Vater (Gott) besitzt, besitzt auch Jesus. Damit sagte er
auch indirekt, dass er über den gesamten Reichtum Gottes verfügen
kann und dass es nichts gibt, das Gott besitzt, und das nicht auch er
besitzt!
1.8. "Wer an mich glaubt, der glaubt an den Vater! Wer mich sieht, sieht den Vater!"
Joh 12,44-50
44 Jesus aber rief und sprach: Wer
an mich glaubt,
glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat;
45 und wer mich sieht, sieht
den, der mich gesandt
hat.
46 Ich bin als Licht in die Welt gekommen,
damit jeder,
der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe;
47 und wenn jemand meine Worte hört und
nicht befolgt,
so richte ich ihn nicht, denn ich bin nicht gekommen, daß ich die
Welt richte, sondern daß ich die Welt errette.
Joh 14,1
Euer Herz werde nicht bestürzt [oder:
erschreckt].
Glaubt
[griech. pisteuete] an Gott, und
glaubt [griech. pisteuete]
an
mich!
-> Es ist interessant zu sehen,
dass hier genau das gleiche
griech. Wort für glauben an Gott und glauben an Jesus steht. Dieses
Verb steht beides mal (laut: Friberg Greek Lexicon, enthalten in
BibleWorks)
im Imperativ, Präsens, Aktiv, 2. Person Plural (das bedeutet:
Glaubt/Vertraut
ihr beständig an ...!) das heisst also, dass wir genauso an Jesus
glauben sollen, ganauso auf ihn unser Vertrauen setzen sollen, wie auf
Gott.
=> Jesus trennt nicht
zwischen dem Glauben an ihn und
an den Vater (Gott)! Wer an ihn glaubt, der glaubt automatisch auch an
Gott. Wer ihn sieht, der sieht auch Gott. Es ist somit kein
Unterschied
an Jesus oder an Gott zu glauben.
1.9. "wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich in ihrer Mitte"
Mt 18,20
Jesus sagt: "... wo zwei oder drei
versammelt sind in
meinem
[Jesu] Namen, da bin ich in ihrer Mitte."
=> Nur Gott hat die Fähigkeit, an jedem Ort zu sein (Allgegenwart).
Die Verheissung der
unbeschränkten Gegenwart Jesu
findet sich auch hier, als Jesus nach seiner Auferstehung den Jüngern
folgendes verspricht:
Mt 28,20
"Und siehe, ich bin bei euch
alle Tage bis zur
Vollendung des Zeitalters."
1.10. "Wenn jemand mein Wort bewahren wird, so wird er den Tod nicht sehen in Ewigkeit."
Joh 8,51
51 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn
jemand mein
[griech.
emon] Wort bewahren wird, so wird er den
Tod nicht sehen in Ewigkeit.
=> Nur Gott kann vor dem
ewigen Tod bewahren, Jesus sagt
aber "mein Wort", nicht Gottes Wort.
1.11. "Ehe Abraham war, bin ich."
Joh 8,58-59
58 Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich,
ich sage
euch: Ehe Abraham war, bin ich.
59 Da hoben sie Steine auf, um auf ihn zu
werfen. Jesus
aber verbarg sich und ging aus dem Tempel hinaus.
=> Jesus sagt von sich selbst, dass er, bevor Abraham (der Stammvater des Volkes der Juden und der Araber, der um 2000 v. Chr. gelebt hatte, also ca. 2000 Jahre vor Jesu Geburt) gelebt hat, er bereits gelebt hätte. Dies empfanden die Juden eindeutig als Gotteslästerung, weil nur Gott über allen Zeiten steht und schon immer lebt (ein Mensch kann nicht vor über 2000 Jahren schon existiert haben) und sie hoben deshalb Steine auf um ihn wegen dieser Gotteslästerung zu steinigen, denn im jüdischen Gesetz in 3.Mose 24,16 heisst es: "Und wer den Namen des HERRN lästert, muß getötet werden, die ganze Gemeinde muß ihn steinigen; wie der Fremde, so der Einheimische: wenn er den Namen lästert, soll er getötet werden."
Ein Kommentator schrieb zu dieser
Stelle:
"Er sagte zu ihnen »wahrlich, wahrlich,
ich sage
euch …« Eingeleitet mit einem doppelten »Amen« – dem
stärksten Eid – beansprucht unser Herr den unaussprechlichen Namen
göttlicher Wesenheit. Die Juden erkennen, was er gemeint hat, sind
entsetzt und versuchen, ihn zu steinigen." Frederick C. Spurr, Jesus Is
God, S. 54
Und zum "Ich bin" erklärte A.
Glen Campbell:
"Von solchen alttestamentlichen Hinweisen
her wie 2.Mose
3,14; 5.Mose 32,39 und Jes 43,11 ist es klar, dass es kein neuer
Gedanke
ist, den Jesus hier vorbringt. Die Juden waren durchaus bekannt mit der
Vorstellung, dass der »Jehova« des Alten Testamentes der ewig
lebende Eine ist. Was für die Juden neu ist, ist allein die
Identifikation
Jesu mit dieser Bezeichnung. [...]
Dass wir den Ausdruck »Ich bin« (eimi)
verstehen
müssen als Absicht, die volle Göttlichkeit Christi festzustellen,
wird deutlich durch die Tatsache, dass Jesus keinen Versuch einer
Erklärung
macht. Er unternimmt nichts, um die Juden davon zu überzeugen, dass
sie ihn missverstanden haben, sondern er wiederholt vielmehr diese
Aussage
mehrmals bei verschiedenen Gelegenheiten." A. Glen Campbell, The Greek
Terminology for the Deity of Christ, S. 12.f
Der Bibelwissenschaftler Raymond
Brown stellte hierzu
abschliessend fest: "Es gibt keinen klareren Hinweis auf Göttlichkeit
in der gesamten Evangelien-Überlieferung." Raymond E. Brown, The Gospel
According to John, S. 367
1.12. "Ich und der Vater sind eins."
Jesus sagte: "Ich und der Vater sind eins." Das empfanden die Juden abermals als eine solch starke Gotteslästerung, dass sie ihn erneut sogleich steinigen wollten (die damals bei den Juden übliche Strafe für Gotteslästerung)
Joh 10,30-33
30 Ich und der Vater sind eins.
31 Da hoben die Juden wieder Steine auf,
daß sie
ihn [Jesus] steinigten.
32 Jesus antwortete ihnen: Viele gute
Werke habe ich
euch von meinem Vater gezeigt. Für welches Werk unter ihnen steinigt
ihr mich?
33 Die Juden antworteten ihm: Wegen eines
guten Werkes
steinigen wir dich nicht, sondern wegen Lästerung,
und weil
du, der du ein Mensch bist, dich selbst zu Gott machst.
1.13. "Mein Vater wirkt und ich wirke auch"
Joh 5,17+18
17 Jesus aber antwortete ihnen: Mein
Vater wirkt bis
jetzt, und ich wirke.
18 Darum nun suchten die Juden noch mehr,
ihn zu töten,
weil er nicht allein den Sabbat aufhob, sondern
auch Gott seinen eigenen Vater nannte und
sich so
selbst Gott gleich machte.
=> Jesus stellte sich in seinem Wirken mit Gott auf eine Stufe und machte sich auch so Gott gleich.
Eine Begriffsstudie von A. T.
Robertson in den Word
Pictures of the New Testament vermittelt zu dieser Stelle
eine interessante
Einsicht:
"Jesus sagt sehr bezeichnend »mein Vater«
(ho pater mou), nicht »unser Vater«, ein Anspruch auf eine
besondere Beziehung zum Vater. […] Jesus stellt sich selbst auf die
gleiche
Stufe mit dem Handeln Gottes und rechtfertigt auf diese Weise sein
Heilen
am Sabbat." Archibald Thomas Robertson, Word Pictures in the New
Testament,
S. 82f
"Die Juden waren ärgerlich, weil
Jesus den Sabbat
brach, aber sie wurden geradezu wütend, als er so anmaßend wurde
zu behaupten, mit dem Vater auf einer Stufe zu stehen. Dieser Anspruch
Jesu erweiterte den Bruch zwischen ihm und seinen Kritikern, weil sie
verstanden,
dass er damit seine Göttlichkeit aussagte." Merrill C. Tenney, The
Gospel According to John, S. 64
Joh 10
11 Ich bin der gute Hirte;
der gute Hirte läßt
sein Leben für die Schafe.
[...]
14 Ich bin der gute Hirte;
und ich kenne die Meinen,
und die Meinen kennen mich,
15 wie der Vater mich kennt und ich den
Vater kenne;
und ich lasse mein Leben für die Schafe.
=> Jesus bezeichnet sich als der gute Hirte. Wenn man hierzu Stellen im AT vergleicht, fällt als erstes z.B. die Parallele in Ps 23 auf:
Psalm 23,1 {Ein Psalm. Von
David.} Der HERR ist mein
Hirte, mir wird nichts mangeln.
-> Hier bezeichnet David Gott, den
HERRN (JHWH im Urtext)
als Hirten.
Auch Ps 62 ist in dieser Hinsicht
ähnlich:
2 Du Hirte Israels,
der du Joseph leitest wie
eine Herde, höre doch! Der du thronst auf den Cherubim, strahle hervor!
-> Auch Asaf betet zu Gott als
seinem Hirten.
Daraus kann man erkennen, dass Hirte
ein Name und (wie alle Namen
Gottes) eine Eigenschaft Gottes ist.
Oder ebenfalls in Jes 40 heisst
es:
10 Siehe, der Herr, HERR, kommt mit Kraft,
und sein Arm
übt die Herrschaft für ihn aus. Siehe sein Lohn ist bei ihm,
und seine Belohnung geht vor ihm her.
11 Er wird seine Herde weiden
wie ein Hirte, die
Lämmer wird er in seinen Arm nehmen und in seinem Gewandbausch tragen,
die säugenden Muttertiere wird er fürsorglich leiten.
-> Jesaja sieht prophetisch voraus,
dass Gott, der HERR
(wieder JHWH im Urtext) in Zukunft sein Volk, seine Herde als Hirte
weiden
wird, was sich zur Zeit des NT in Jesus erfüllt hat.
Und in Jer 31 sagt Jeremia:
10 Hört das Wort des HERRN, ihr Nationen,
und meldet
es auf den fernen Inseln und sagt: Der Israel zerstreut hat, wird es
wieder
sammeln und wird es hüten wie ein Hirte seine Herde!
-> Auch Jeremia erkannte, dass Gott
als Hirte
sein
Volk hüten wird.
Ebenso Hesekiel in Hes 34:
12 Wie ein Hirte sich seiner
Herde annimmt am
Tag, da er unter seinen zerstreuten Schafen ist, so werde ich mich
meiner
Schafe annehmen und werde sie retten aus allen Orten, wohin sie
zerstreut
worden sind am Tag des Gewölks und des Wolkendunkels.
-> Genauso auch Hesekiel: Gott
nimmt sich seines Volkes
wie ein Hirte an.
=> Wenn Jesus sich nun als
der gute Hirte (vgl.
"niemand ist gut als Gott allein" Mk 10,18) bezeichnet, setzt er sich
mit
Gott, dem Hirten, im AT gleich.
Joh 8
12 Jesus redete nun wieder zu ihnen und
sprach: Ich
bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, wird nicht in der
Finsternis
wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben.
13 Da sprachen die Pharisäer zu ihm: Du
zeugst von
dir selbst; dein Zeugnis ist nicht wahr.
14 Jesus antwortete und sprach zu ihnen:
Auch wenn ich
von mir selbst zeuge, ist mein Zeugnis wahr, weil ich weiß, woher
ich gekommen bin und wohin ich gehe; ihr aber wißt nicht, woher ich
komme oder wohin ich gehe.
Joh 9
5 Solange ich in der Welt bin, bin
ich das Licht
der Welt.
=> Jesus bezeichnet sich als das Licht der Welt.
Vgl. diese Stellen im AT, wo Gott selbst das Licht ist:
David betet:
Psalm 27
1 {Von David.} Der HERR ist mein
Licht und mein
Heil, vor wem sollte ich mich fürchten?
Der HERR ist meines Lebens Zuflucht, vor
wem sollte ich
erschrecken?
Ps 89
16 Glücklich ist das Volk, das den
Jubelruf kennt!
HERR,
im Licht deines Angesichts wandeln sie.
Jes 45
6 [...] Ich bin der HERR
- und sonst keiner -,
7 der das Licht bildet und
die Finsternis schafft,
der Frieden wirkt und das Unheil schafft. Ich, der HERR, bin es, der
das
alles wirkt.
Jes 60
19 Nicht mehr wird die Sonne dir als Licht
am Tage dienen
noch als heller Schein der Mond dir leuchten;
sondern der HERR wird dir zum
ewigen Licht sein und
dein Gott zu deinem Glanz.
20 Nicht mehr untergehen wird deine Sonne,
noch wird
dein Mond abnehmen; denn der HERR wird dir zum ewigen Licht
sein.
Und die Tage deiner Trauer werden ein Ende haben.
=> Gott selbst ist Licht,
wenn Jesus sich nun auch als
das
Licht bezeichnet, ist das ebenso ein Hinweis auf sein
Gottsein.
1.16. Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben
Joh 14
3 [Jesus:] Und wenn ich hingehe und euch
eine Stätte
bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, damit auch
ihr
seid, wo ich bin.
4 Und wohin ich gehe, dahin wißt ihr den
Weg.
5 Thomas spricht zu ihm: Herr, wir wissen
nicht, wohin
du gehst. Und wie können wir den Weg wissen?
6 Jesus spricht zu ihm: Ich bin
der Weg und die Wahrheit
und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.
Der Bibelwissenschaftler Merrill
Tenney beleuchtete diese
Aussage Jesu folgendermassen:
"Er sagte nicht, er wüsste den Weg, die
Wahrheit
und das Leben. Und er sagte auch nicht, dass er diese lehren wolle. Er
machte sich nicht zum Vertreter eines neuen Systems. Er erklärte,
dass er selbst der letzte Schlüssel zu allen Rätseln sei." Merrill
C. Tenney, John: The Gospel of Belief, S. 215
=> Jesus sagte, dass er
selbst als Jesus, DER Weg, DIE
Wahrheit und DAS Leben sei. Nur Gott kann das für sich so umfassend
in Anspruch nehmen. Würde ein Mensch das so sagen, wäre es
gotteslästerlich.
Sogar erhob er noch den Anspruch der EINZIGE Weg zu Gott zu sein:
"Niemand
kommt zum Vater als nur durch mich...". Nur Gott allein weiss wieviele
Wege es zu ihm gibt und welcher der richtige ist. Auch hier tritt Jesus
mit der Autorität Gottes auf.
1.17. "Deine Sünden sind vergeben"
Zuerst bei Matthäus, dem Jünger
Jesu:
Mt 9
2 Und siehe, sie brachten einen Gelähmten
zu ihm,
der auf einem Bett lag; und als Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu
dem
Gelähmten: Sei guten Mutes, mein Sohn, deine Sünden sind
vergeben.
3 Und siehe, einige von den
Schriftgelehrten sprachen
bei sich selbst: Dieser lästert.
4 Und als Jesus ihre Gedanken sah, sprach
er: Warum denkt
ihr Arges in euren Herzen?
5 Denn was ist leichter zu sagen: Deine
Sünden sind
vergeben, oder zu sagen: Steh auf und geh umher?
6 Damit ihr aber wißt, daß der
Sohn des
Menschen Vollmacht hat, auf der Erde Sünden zu vergeben...
Dann
sagt er zu dem Gelähmten: Steh auf, nimm dein Bett auf, und geh in
dein Haus!
7 Und er stand auf und ging in sein Haus.
Und dann als Parallelstelle bei
Markus, dem Übersetzer
des Petrus:
Mk 2
5 Und als Jesus ihren Glauben sah, spricht
er zu dem
Gelähmten: Kind, deine Sünden sind vergeben.
6 Es saßen dort aber einige von den
Schriftgelehrten
und überlegten in ihren Herzen:
7 Was redet dieser so? Er
lästert. Wer kann Sünden
vergeben außer einem, Gott?
8 Und sogleich erkannte Jesus in seinem
Geist, daß
sie so bei sich überlegten, und spricht zu ihnen: Was überlegt
ihr dies in euren Herzen ?
9 Was ist leichter? Zu dem Gelähmten zu
sagen: Deine
Sünden sind vergeben, oder zu sagen: Steh auf und nimm dein Bett auf
und geh umher?
10 Damit ihr aber wißt, daß der
Sohn des
Menschen Vollmacht hat, auf der Erde Sünden zu vergeben -
spricht
er zu dem Gelähmten:
11 Ich sage dir, steh auf, nimm dein Bett
auf und geh
in dein Haus!
12 Und er stand auf, nahm sogleich das
Bett auf und ging
vor allen hinaus, so daß alle außer sich gerieten und Gott
verherrlichten und sagten: Niemals haben wir so etwas gesehen!
Den Evangelisten muss dieses
Erlebnis mit Jesus wichtig
gewesen sein, denn auch Lukas, der Begleiter des Paulus, bringt sie:
Lk 5
20 Und als er ihren Glauben sah, sprach
er: Mensch, deine
Sünden sind dir vergeben.
21 Und die Schriftgelehrten und die
Pharisäer fingen
an zu überlegen und sagten: Wer ist dieser, der solche
Lästerungen
redet? Wer kann Sünden vergeben außer Gott allein?
22 Als aber Jesus ihre Überlegungen
erkannte, antwortete
und sprach er zu ihnen: Was überlegt ihr in euren Herzen?
23 Was ist leichter zu sagen: Dir sind
deine Sünden
vergeben, oder zu sagen: Steh auf und geh umher?
24 Damit ihr aber wißt, daß der
Sohn des
Menschen Vollmacht hat, auf der Erde Sünden zu vergeben -
sprach
er zu dem Gelähmten: Ich sage dir, steh auf und nimm dein Bett auf
und geh nach Hause!
25 Und sogleich stand er vor ihnen auf,
nahm auf, worauf
er gelegen hatte, und ging hin in sein Haus und verherrlichte Gott.
=> Die Schriftgelehrten waren entsetzt weil Jesus sich das Recht herausnahm, Sünden zu vergeben! Sie fühlten sofort, dass hier jemand sich selbst zu Gott macht, da nur Gott Sünden vergeben kann, wie z.B. hier David Gott seine Sünde bekennt und Gottes Vergebung erfährt:
Ps 32
5 So tat ich dir kund meine Sünde
und deckte
meine Schuld nicht zu. Ich sagte: Ich will dem HERRN meine
Übertretungen
bekennen; und du, du hast vergeben die Schuld
meiner Sünde.
//
Oder bei Jeremia wird ebenso
deutlich, dass Gott es ist,
der Sünden vergibt.:
Jer 31
34 Dann wird nicht mehr einer seinen
Nächsten oder
einer seinen Bruder lehren und sagen: Erkennt den HERRN! Denn sie alle
werden mich erkennen von ihrem Kleinsten bis zu ihrem Größten,
spricht der HERR. Denn ich werde ihre Schuld vergeben und an
ihre Sünde
nicht mehr denken.
Jer 33
4 Denn so spricht der HERR, der Gott
Israels [...]
8 Und ich werde sie reinigen von
all ihrer Schuld,
mit der sie gegen mich gesündigt haben. Und ich
werde alle
ihre Verschuldungen vergeben, mit denen sie gegen mich gesündigt
und durch die sie mit mir gebrochen haben.
Prof. Karl Heim sagte zu diesem
Sünden vergeben von
Jesus in Vorlesungen an der Uni Tübingen:
"Schauen wir uns deshalb die Person Jesu
einmal genauer
an. Alles was man über ihn als interessante Gestalt der Geschichte
gesagt hat, würde niemals ausgereicht haben, ihm eine so zentrale
Bedeutung für die Menschheit zu geben, wenn er nicht ein Recht für
sich in Anspruch genommen hätte, das kein anderer für sich in
Anspruch nahm, weder Buddha noch Mohammed, noch Konfuzius, nämlich
die Vollmacht zu Menschen zu sagen: 'Dir sind Deine Sünden vergeben!'"
Karl Heim, Das Wesen des evangelischen Christentums,
Quelle&Meyer Verlag,
Leipzig, 1925
C.S.Lewis erläuterte diesen
Anspruch Jesu, Sünden
zu vergeben folgendermassen:
"Uns entgeht leicht der Anspruch, der in
der Behauptung
liegt, Sünden vergeben zu können. Wir haben es so oft gehört,
daß uns gar nicht mehr bewußt wird, was damit eigentlich gesagt
wird. Diese Behauptung ist so ungeheuerlich, daß sie komisch wirken
müßte, käme sie nicht von Gott selbst. Wir alle würden
verstehen, daß ein Mensch ein ihm angetanes Unrecht vergibt. Jemand
tritt mir auf den Fuß, und ich verzeihe ihm; jemand stiehlt mir mein
Geld, und ich vergebe ihm. Was aber sollen wir mit einem Menschen
anfangen,
der - selber unberaubt und unbehelligt - verkündet, er vergibt allen,
die anderen Leuten auf die Füße treten und anderer Leute Geld
stehlen?
Eselsdumme Albernheit wäre noch die
zarteste Umschreibung
für ein derartiges Verhalten.
Und doch hat Jesus eben dies getan. Er
sagte zu den Menschen,
ihre Sünden sind ihnen vergeben, ohne erst alle die anderen zu fragen,
denen sie mit ihren Sünden Unrecht getan hatten. Ohne zu zögern
verhielt er sich, als sei er der am meisten Betroffene, derjenige,
demgegenüber
man sich am meisten vergangen hat. Das ist nur dann verständlich,
wenn er wirklich Gott ist, dessen Gesetze gebrochen und dessen Liebe
durch
jede Sünde verletzt wird. Im Mund jedes anderen, der nicht Gott ist,
würden diese Worte doch wohl ein Maß von Einfältigkeit
und Einbildung zum Ausdruck bringen, das in der Geschichte
seinesgleichen
sucht."
C.S.
Lewis, Pardon, ich bin Christ,
S. 56-57
1.18. Jesus ist der Retter (griech. soter)
Matthäus berichtete über Josef,
wie ihm ein
Engel im Traum erschien:
Mt 1
19 Josef aber, ihr Mann, der gerecht war
und sie nicht
öffentlich bloßstellen wollte, gedachte sie heimlich zu entlassen.
20 Während er dies aber überlegte, siehe,
da
erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sprach: Josef, Sohn
Davids,
fürchte dich nicht, Maria, deine Frau, zu dir zu nehmen! Denn das
in ihr Gezeugte ist von dem Heiligen Geist.
21 Und sie wird einen Sohn gebären, und du
sollst
seinen Namen Jesus nennen; denn er wird sein Volk erretten von
seinen
Sünden.
=> Jesus (griech.-lat. Form des hebr. Jeschua/Jehoschua/Joschua) als Name bedeutet, wenn man ihn übersetzt: "Gott ist Heil/Rettung"
In der Weihnachtsgeschichte des
Lukas heisst es z.B.:
Lk 2
8 In jener Gegend lagerten Hirten auf
freiem Feld und
hielten Nachtwache bei ihrer Herde.
9 Da trat der Engel des Herrn zu ihnen,
und der Glanz
des Herrn umstrahlte sie. Sie fürchteten sich sehr,
10 der Engel aber sagte zu ihnen: Fürchtet
euch
nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen
Volk zuteil werden soll:
11 Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter
[griech.
soter] geboren; er ist der Messias, der Herr.
Die Samariter (Bewohner der
Landschaft Samarien) erkannten
Jesus als Retter der Welt:
Joh 4
40 Als die Samariter zu ihm kamen, baten
sie ihn, bei
ihnen zu bleiben; und er blieb dort zwei Tage.
41 Und noch viel mehr Leute kamen zum
Glauben an ihn
aufgrund seiner eigenen Worte.
42 Und zu der Frau sagten sie: Nicht mehr
aufgrund deiner
Aussage glauben wir, sondern weil wir ihn selbst gehört haben und
nun wissen: Er ist wirklich der Retter [griech.
soter] der
Welt.
Paulus an die Philipper:
Philipper 3
20 Unser Bürgerrecht aber ist im Himmel,
von woher
wir auch als Retter [griech. soter] den Herrn Jesus
Christus erwarten,
21 welcher den Leib unsrer Niedrigkeit
umgestalten wird,
daß er gleichgestaltet werde dem Leibe seiner
Herrlichkeit, vermöge der Kraft, durch
welche er
sich auch alles untertan machen kann!
dann schrieb Paulus an Titus noch
folgendes:
Tit 3
4 Als aber die Freundlichkeit und
Menschenliebe Gottes,
unsres Retters [griech. soter], erschien,
5 hat er (nicht um der Werke der
Gerechtigkeit willen,
die wir getan hätten, sondern nach seiner Barmherzigkeit) uns gerettet
durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes,
6 welchen er reichlich über uns
ausgegossen hat
durch Jesus Christus, unsren Retter [griech. soter],
7 damit wir, durch seine Gnade
gerechtfertigt, der Hoffnung
gemäß Erben des ewigen Lebens würden.
=> Jesus wird im NT immer wieder als der Retter (griech. soter) bezeichnet:
Im AT ist der Retter, der als der
eigentliche Retter Israel
immer wieder aus aller Not errettete: Gott (auch wenn er es manchmal
durch
menschliche Mitarbeiter tut, z.B. die Richter).
In der griech. Übersetzung des AT, in der
Septuaginta
(LXX, die Jünger Jesu benutzen diese Übersetzung häufig,
das kann man z.B. an manchen Zitaten des AT im NT erkennen), wird Gott,
wo er als Retter genannt wird, mit dem griech. Wort: soter bezeichnet
also
mit dem gleichen Titel, den auch Jesus im NT trägt:
Psalm 25
5 Leite mich in deiner Wahrheit und lehre
mich, denn
du bist der Gott meines Heils [griech.
soter]; auf dich harre
ich den ganzen Tag.
Psalm 27
1 Von David. Der HERR ist mein Licht und
mein Heil
[griech. soter]; vor wem sollte ich mich fürchten? Der HERR
ist
meines Lebens Kraft, vor wem sollte mir grauen?
9 Verbirg dein Angesicht nicht vor mir,
weise deinen
Knecht nicht ab in deinem Zorn; meine Hilfe bist du geworden; verwirf
mich
nicht und verlaß mich nicht, Gott meines Heils [griech.
soter]!
Psalm 62
2 Nur er [Gott] ist mein Fels und mein Heil
[griech.
soter], meine hohe Burg; ich werde nicht allzusehr wanken.
Psalm 79
9 Hilf uns, Gott unseres Heils [griech.
soter],
um der Ehre deines Namens willen. Rette uns und vergib unsere Sünden
um deines Namens willen!
Psalm 95
1 Kommt, laßt uns dem HERRN zujubeln, laßt
uns zujauchzen dem Fels unseres Heils [griech.
soter]!
Jesaja 12
2 Ja, Gott ist meine Rettung
[griech. soter];
ihm will ich vertrauen und niemals verzagen. Denn meine Stärke und
mein Lied ist der Herr. Er ist für mich zum Retter geworden.
Jesaja 17
10 Denn du hast den Gott, der dich
rettet [griech.
soter], vergessen; an den Felsen, auf dem du Zuflucht findest, hast du
nicht mehr gedacht. Leg nur liebliche Gärten an, bepflanze sie mit
Setzlingen aus der Fremde,
Jesaja 45
15 Wahrhaftig, du bist ein verborgener
Gott. Israels
Gott ist der Retter [griech.
soter].
21 Saget an und bringet vor; ja, sie mögen
sich
miteinander beraten! Wer hat solches vorlängst zu wissen gegeben?
Oder wer hat es von Anfang her verkündigt? War Ich es nicht, der HERR,
außer dem kein anderer Gott ist, der gerechte Gott und Erretter
[griech. soter]? Außer mir ist keiner.
Micha 7
7 Ich aber schaue aus nach dem Herrn, ich
warte voll
Vertrauen auf Gott, meinen Retter [griech. soter].
Mein Gott wird
mich erhören.
=> Jesus trägt den
göttlichen Titel: Retter
und so scheint auch hier seine Göttlichkeit hindurch.
Jesus bezeichnet sich in den Evangelien sehr häufig als Menschensohn (in insgesamt 78 Versen von Mt-Joh) ...
Mt 8,20 Mt 9,6 Mt 10,23 Mt 11,19 Mt 12,8 Mt 12,32 Mt 12,40 Mt 13,37 Mt 13,41 Mt 16,13 Mt 16,27 Mt 16,28 Mt 17,9 Mt 17,12 Mt 17,22 Mt 19,28 Mt 20,18 Mt 20,28 Mt 24,27 Mt 24,30 Mt 24,37 Mt 24,39 Mt 24,44 Mt 25,31 Mt 26,2 Mt 26,24 Mt 26,45 Mt 26,64 Mk 2,10 Mk 2,28 Mk 8,31 Mk 8,38 Mk 9,9 Mk 9,12 Mk 9,31 Mk 10,33 Mk 10,45 Mk 13,26 Mk 14,21 Mk 14,41 Mk 14,62 Lk 5,24 Lk 6,5 Lk 6,22 Lk 7,34 Lk 9,22 Lk 9,26 Lk 9,44 Lk 9,58 Lk 11,30 Lk 12,8 Lk 12,10 Lk 12,40 Lk 17,22 Lk 17,24 Lk 17,26 Lk 17,30 Lk 18,8 Lk 18,31 Lk 19,10 Lk 21,27 Lk 21,36 Lk 22,22 Lk 22,48 Lk 22,69 Lk 24,7 Joh 1,51 Joh 3,13 Joh 3,14 Joh 5,27 Joh 6,27 Joh 6,53 Joh 6,62 Joh 8,28 Joh 9,35 Joh 12,23 Joh 12,34 Joh 13,31
... und bezieht sich dabei auf eine messianische Verheißung im Propheten Daniel:
Dan 7,13
Ich schaute in Gesichten der Nacht: und
siehe, mit den
Wolken des Himmels kam einer wie der Sohn eines Menschen.
Und er
kam zu dem Alten an Tagen, und man brachte ihn vor ihn.
Mt 24,30 Und dann wird das
Zeichen des Sohnes des Menschen
am Himmel erscheinen; und dann werden wehklagen alle Stämme des Landes,
und sie werden den Sohn des Menschen kommen sehen
auf den Wolken
des Himmels mit großer Macht und Herrlichkeit.
Mt 24,31 Und er wird seine Engel aussenden
mit starkem
Posaunenschall, und sie werden seine Auserwählten versammeln von den
vier Winden her, von dem einen Ende der Himmel bis zu ihrem anderen
Ende.
"Schwerer verständlich für uns
ist es, wenn
Jesus sich »Menschensohn« (hebr. bän haadam; aram. bar-änasch;
griech. ho hyios tou anthropou) nennt.
1a) Im AT gibt LÜ bän haadam meist mit
»Menschenkind«
wieder (Hiob25,6; Ps8,5; 36,8; 90,3; Hes2,1; 3,17 u.ö.). Hier ist
der Ausdruck gleichbedeutend mit -> Mensch.
b) Nur in Dan7,13f heißt es vom künftigen
Herrscher des Gottesreiches (dem -> Messias): »Es kam einer mit
den
Wolken des Himmels wie eines Menschen Sohn.« Er steht hier im Gegensatz
zu den vorher (V. 3-8) erwähnten vier Tieren, die irdische Weltreiche
verkörpern.
In ähnlichem Sinn taucht der Begriff des
Menschensohns
auch im äthiopischen Henochbuch auf, wo er als der Erwählte und
Gerechte bezeichnet wird.
2) An Dan7,13 knüpft Jesus an, wenn er
sich in den
Evv. (bei den Synoptikern rund 70, bei Joh 12mal) als den Menschensohn
bezeichnet. Außerdem nennen ihn nur noch Stephanus (Apg7,56) und
Johannes mit diesem Namen (Offb1,13; 14,14). Aus dem Textzushg. von
Dan7
ergibt sich, daß dieser Menschensohn dort als eindeutig himmlische
Gestalt verstanden wird. In den Evv. ist Menschensohn eindeutig eine
Selbstbezeichnung
Jesu, es wird niemals in der Anrede oder in der Verkündigung von Jesus
gebraucht. Auf die Frage nach der Bedeutung dieses Namens sind viele
Antworten
gegeben worden. Meint Jesus damit demütig seine verhüllende Niedrigkeit
- was Stellen wie Mt17,22f; 20,28 nahelegen könnten - oder will er
damit sagen, daß in ihm der wahre Mensch erschienen ist, der Mensch,
wie Gott ihn haben wollte, als er ihn schuf? Vgl. auch die
Gegenüberstellung
von Adam und Christus bei Paulus (Röm5,12ff; 1Kor15,20ff).
Für die Juden jedenfalls gehörten
Menschensohn
und Christus (= Messias) eng zusammen (Joh12,34), und der Anspruch
Jesu,
der Menschensohn zu sein, war für sie Gotteslästerung (Mk14,62-64).
In Übereinstimmung damit neigt auch die
neuere Auslegung
eindeutig und wohl mit Recht zu der Auffassung, daß Menschensohn
»so ungefähr die anspruchsvollste Selbstprädikation«
ist, »die ein Mensch im antiken Orient überhaupt in den Mund
nehmen konnte« (Stauffer, Theologie des NT).
Im einzelnen kann man die Aussagen Jesu in
drei Gruppen
gliedern:
a) von der Gegenwart des Menschensohns in
Jesus (Mk2,10;
Joh1,51),
b) von seinem Leiden (Mk8,31; 9,9.31;
10,33 par; Mt26,2;
Joh8,28),
c) von seinem Kommen als Herrscher und
Richter (Mk8,38;
13,26 par; Joh5,27)."
Lexikon zur Bibel, Fritz Rienecker, R.
Brockhausverlag,
Wuppertal, 1960, 2. Sonderauflage 1991, Artikel: Namen Jesu Christi,
S.969
=> Es ist bemerkenswert,
dass Jesus sich ausdrücklich
als "Sohn des Menschen" bezeichnet (griech. hyios
tou anthropou).
"Menschen" steht hier im griech. Singular und
verweist damit auch
indirekt auf den ersten Menschen, auf Adam, da in der hebräischen
Sprache (hebr. bän haadam - Sohn des Adam) Menschen durch Adam (hebr.
adam kann Mensch oder Adam bedeuten) bezeichnet werden. Wenn Jesus sich
nun als Mensch immer ausdrücklich Sohn des Menschen,
bzw. Sohn
des Adam nennt, will er also damit auch andeuten, dass dies
nichts
Normales ist: wäre Jesus "nur Mensch" wie du und ich, so müsste
er nicht immer wieder betonen: ich bin der Sohn eines Menschen, bzw.
ein
Sohn des Adam, also ein Mensch. Das wäre doch jedem auch ohne diese
wiederholten und damit betonten Aussagen klar.
So weist also, "Sohn des Menschen" auf
seine Göttlichkeit
hin: Er, der Gott gleich war (siehe Phil 2),
wurde
ein Mensch, der Sohn eines Menschen, ein Sohn (auch wenn sehr viele
Generationen
dazwischen lagen) Adams, des ersten Menschen. Das ist das Besondere,
das
Bemerkenswerte, das Jesus damit ausdrücken will.
In 34 Versen wird Jesus in den Evangelien (Mt-Joh) als Sohn Gottes bezeichnet, bzw. er bezeichnet sich selbst so:
Mt 1,23 Mt 4,3 Mt 4,6 Mt 8,29 Mt 14,33 Mt 16,16 Mt 26,63 Mt 27,40 Mt 27,43 Mt 27,54 Mk 1,1 Mk 3,11 Mk 5,7 Mk 15,39 Lk 1,32 Lk 1,35 Lk 4,3 Lk 4,9 Lk 4,41 Lk 8,28 Lk 22,70 Joh 1,18 Joh 1,34 Joh 1,49 Joh 3,16 Joh 3,17 Joh 3,18 Joh 3,36 Joh 5,25 Joh 10,36 Joh 11,4 Joh 11,27 Joh 19,7 Joh 20,31
Mt 16,15-17
15 Er spricht zu ihnen: Ihr aber, was sagt
ihr, wer ich
bin?
16 Simon Petrus aber antwortete und
sprach: Du bist der
Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.
17 Und Jesus antwortete und sprach zu ihm:
Glückselig
bist du, Simon, Bar Jona; denn Fleisch und Blut haben es dir nicht
geoffenbart,
sondern mein Vater, der in den Himmeln ist.
"Handelt es sich bei dem bisher
Genannten ausschließlich
um Selbstaussagen Jesu, so ist »Sohn Gottes« sowohl Selbstaussage
Jesu wie auch menschliches Bekenntnis zur Offenbarung Gottes in Jesus.
1) Im AT ist »Sohn« in Beziehung zu Gott
keine dem Messias vorbehaltene Bezeichnung. Auch Israel kann von Gott
so
genannt werden (2Mo4,22; 5Mo14,1; 32,6.18; Jer31,9; Hos11,1). Stellen
wie
Ps2,7 sind allerdings schon in der rabbin. Auslegung messianisch
verstanden
worden.
2) Im NT ist »Sohn Gottes« (in der
Einzahl)
oder auch einfach »Sohn« ausschließlich messianische
Bezeichnung Jesu.
a) Gott selber nennt Jesus seinen Sohn und
bekennt sich
zu ihm vor den Menschen (Mt3,16f; 17,5; Lk9,35).
b) Jesus bekennt sich als den »Sohn
Gottes«
und offenbart damit seine Herkunft von Gott und seine einmalige
Beziehung
zu Gott (Mt11,27; Joh1,14.18; 3,16). Darum redet er Gott auch mit Vater
an und spricht immer nur von »meinem Vater«, nie von »unserm
Vater« (in Mt6,9; Lk11,2 ist »unser Vater« vom Blickpunkt
der Jünger und als Anweisung an sie gesagt). Das wird noch
unterstrichen
durch das Eigenschaftswort »eingeboren« (-> Eingeborener Sohn).
Das Bekenntnis der Gottessohnschaft bringt ihm schließlich den Tod
(Mt26,63f).
Wenn Jesus sich Gottes Sohn nennt, liegt
darin der Anspruch
absoluter Vorrangstellung vor allem Geschaffenen (vgl. Kol1,15f; auch
Joh1,3).
Er
ist vor allem, durch ihn ist alles. So ist der »Sohn Gottes«
ganz einfach der Herr (s.u. II,A 2d).
c) Das Bekenntnis der Gottessohnschaft
Jesu durch Menschen
ist die glaubende Anerkennung der in ihm geschehenden Offenbarung
(Mt16,16).
Damit wird der Mensch Glied der Gemeinde (Apg8,37) und hat Gemeinschaft
mit Gott (1Joh2,23). Zu diesem Bekenntnis aber führt Gott allein
(Mt16,17).
d) Daneben zeigt die Anerkennung der
Gottessohnschaft
Jesu durch die Dämonen (Mt8,29; Mk3,11; Lk4,41) die kosmische Macht
Jesu."
Lexikon zur Bibel, Fritz Rienecker, R.
Brockhausverlag,
Wuppertal, 1960, 2. Sonderauflage 1991, Artikel: Namen Jesu Christi,
S.970
=> Durch den Titel "Sohn
Gottes" wird die Gleichheit mit
Gott dem Vater, die Göttlichkeit Jesu, ausgedrückt. Er ist in
besonderer Weise, der Sohn Gottes, nicht nur ein
Sohn Gottes.
2. Was andere im NT über Jesus sagten
Römer 9
1 Ich sage die Wahrheit in Christus, ich
lüge nicht,
wobei mein Gewissen mir Zeugnis gibt im Heiligen Geist,
2 daß ich große Traurigkeit habe und
unaufhörlichen
Schmerz in meinem Herzen;
3 denn ich selbst, ich habe gewünscht,
verflucht
zu sein von Christus weg für meine Brüder, meine Verwandten nach
dem Fleisch;
4 die Israeliten sind, deren die
Sohnschaft ist und die
Herrlichkeit und die Bündnisse und die Gesetzgebung und der
Gottesdienst
und die Verheißungen;
5 deren die Väter sind und aus
denen dem Fleisch
nach der Christus ist, der über allem ist, Gott, gepriesen in Ewigkeit.
Amen.
Dr. Murray Harris, ein bekannter
Neutestamentler, kam,
nachdem er diese Stelle ausführlich im griechischen Originaltext
diskutiert
hatte, zu folgendem Ergebnis:
"Was der Apostel am Ende von Röm 9,1-5
bestätigt,
ist dieses: Im Gegensatz zu der Schmach der Ablehnung, die ihm von den
meisten seiner israelitischen Landsleute widerfuhr, ist der Messias,
Jesus
Christus, tatsächlich über das ganze Universum erhöht –
das belebte und das unbelebte – einschließlich über die Juden,
die ihn ablehnten, weil er Gott von Natur her ist, ewiger Gegenstand
der
Anbetung." Murray J. Harris, Jesus as God, S. 172
=> Paulus nennt Jesus Gott über alles.
Phil
2
5 Habt diese Gesinnung in euch, die auch
in Christus
Jesus war,
6 der in Gestalt Gottes war und
es nicht für
einen Raub hielt, Gott gleich zu sein.
7 Aber er machte sich selbst zu nichts und
nahm Knechtsgestalt
an, indem er den Menschen gleich geworden ist, und der Gestalt nach wie
ein Mensch befunden,
8 erniedrigte er sich selbst und wurde
gehorsam bis zum
Tod, ja, zum Tod am Kreuz.
9 Darum hat Gott ihn auch hoch erhoben und
ihm den Namen
verliehen, der über jeden Namen ist,
10 damit in dem Namen Jesu jedes
Knie sich beuge,
der Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen,
11 und jede Zunge bekenne, daß
Jesus Christus
Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.
F. F. Bruce schrieb zu dem Beugen
der Knie vor Jesus:
"Der Hymnus klingt an Jes 52,13 an … und
auch an Jes
45,23, wo der eine wahre Gott bei sich selbst schwört: »Mir
soll sich beugen jedes Knie und schwören jede Zunge.« Doch in
dem Christus-Hymnus ist es der gleiche Gott, der verfügt, dass jedes
Knie sich im Namen Jesu beugen soll und jede Zunge bekennen soll, dass
Christus der Herr ist … Manchmal wird darüber diskutiert, ob »der
Name über alle Namen im Christus-Hymnus »Jesus« ist oder
der »Herr«. Beides ist denkbar, weil durch göttlichen
Erlass der Name »Jesus« fortan die gleiche Bedeutung hat wie
»HERR« im höchsten Sinn, den dieser Name überhaupt
nur haben kann – den Sinn des hebräischen Jahwe." F. F. Bruce, The
Real Jesus: Who Is He?, S. 202
=> Paulus bezeugt, dass Jesus Gott gleich ist.
Kol 1
15 Er [Jesus] ist das Bild des
unsichtbaren Gottes,
der Erstgeborene aller Schöpfung.
16 Denn in ihm [Jesus] ist alles
in den Himmeln und
auf der Erde geschaffen worden, das Sichtbare und das
Unsichtbare,
es seien Throne oder Herrschaften oder Gewalten oder Mächte: alles
ist durch ihn und zu ihm hin geschaffen;
17 und er ist vor allem, und
alles besteht durch ihn.
18 Und er ist das Haupt des Leibes, der
Gemeinde. Er
ist der Anfang, der Erstgeborene aus den Toten, damit er in allem den
Vorrang
habe;
F. F. Bruce dazu: "Die Worte, die er sprach, die Werke, die er tat, das Leben, das er führte, die Person, die er war – all das enthüllte den unsichtbaren Vater. Er ist, nach den Worten des Paulus, das sichtbare ›Bild des unsichtbaren Gottes." F. F. Bruce, The Real Jesus: Who Is He?, S. 158
=> Paulus bezeugt, dass durch Jesus und zu ihm hin die Welt geschaffen wurde. Nur Gott kann das.
Kol 2
9 Denn in ihm [Jesus] wohnt die
ganze Fülle der
Gottheit leibhaftig;
10 und ihr seid in ihm zur Fülle gebracht.
Er ist
das Haupt jeder Gewalt und jeder Macht.
Carl F. H. Henry kommentierte zu
dieser Stelle:
"Der Glaube, der dem christlichen
Bekenntnis seinen einzigartigen
Charakter verleiht – dass nämlich in Jesus Christus »die ganze
Fülle der Gottheit leibhaftig wohnt« (Kol 2,9), ist ein integraler
und maßgeblicher Aspekt der neutestamentlichen Lehre. Er wird durch
die Apostel, die Zeitgenossen Jesu waren, bestätigt und ständig
wiederholt." Carl F. H. Henry, The Identity of Jesus of Nazareth, S. 53
=> Paulus sagt aus, dass in Jesus Gott wohnt.
Tit 2
9 Die Sklaven ermahne, ihren eigenen
Herren sich in allem
unterzuordnen, sich wohlgefällig zu machen, nicht zu widersprechen,
10 nichts zu unterschlagen, sondern alle
gute Treue zu
erweisen, damit sie die Lehre, die unseres Heiland-Gottes ist,
in
allem zieren.
11 Denn die Gnade Gottes ist erschienen,
heilbringend
allen Menschen,
12 und unterweist uns, damit wir die
Gottlosigkeit und
die weltlichen Lüste verleugnen und besonnen und gerecht und
gottesfürchtig
leben in dem jetzigen Zeitlauf,
13 indem wir die glückselige Hoffnung und
Erscheinung
der Herrlichkeit unseres großen Gottes und Heilandes Jesus
Christus
erwarten.
"In unserer Übersetzung spricht der Vers hier wie von zwei Personen: Gott und Jesus Christus. In der griechischen Formulierung wird deutlich, dass beide Titel [»großen Gottes« und »Heilandes«] sich nur auf eine Person beziehen: Jesus Christus." Murray J. Harris, Jesus as God, S. 173-185
=> Paulus bezeichnet Jesus
als Heiland-Gott und grossen
Gott.
2. Petr 1
1 Simon Petrus, Knecht und Apostel Jesu
Christi, denen,
die einen gleich kostbaren Glauben mit uns empfangen haben durch die
Gerechtigkeit
unseres
Gottes und Heilandes Jesus Christus:
2 Gnade und Friede werde euch immer
reichlicher zuteil
in der Erkenntnis Gottes und Jesu, unseres Herrn!
Murray Harris kam nach Untersuchung der Stelle im griechischen Text zu dem Ergebnis: "Der Schluss scheint unausweichlich, dass in 2. Petr 1,1 der Titel [unser Gott und Heiland] … auf Jesus Christus selbst bezogen ist." Murray J. Harris, Jesus as God, S. 238
=> Petrus sagt "Gott und
Heiland" zu Jesus
1 Im Anfang war das
Wort, und das Wort war bei Gott,
und das Wort war Gott.
[...]
14 Und das Wort wurde Fleisch und
wohnte unter
uns, und wir haben seine Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als
eines Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.
Der Gelehrte und Grammatiker für Griechisch Dr. Daniel B. Wallace erklärt hinsichtlich der Bedeutung der griechischen Konstruktion vom Vers 1: "Die Konstruktion, die der Evangelist wählte, um diesen Gedanken auszudrücken, war die prägnanteste Art, auf die er sagen konnte, dass das ›Wort‹ Gott war und doch vom Vater unterschieden ist." Daniel B. Wallace, Greek Grammar Beyond the Basics, S. 269
Im Griechischen steht hier
folgendes:
... καί θεός ήν ό λογος. [kai
theos än ho logos]
Novum Testamentum Graece, Nestle-Aland,
Deutsche Bibelgesellschaft,
27. revidierte Auflage, 2. korrigierter Druck 2000, S.247
siehe auch: Papyrus
P66
kai = und
theos = Gott
än = war
o = das (Artikel)
logos = Wort
Die grammatische Frage, die sich
erhebt ist: Welches Nomen
ist hier das Subjekt und welches ist das Prädikatsnomen (logos oder
theos - Wort oder Gott)?
Muss es im Deutschen also heissen: 'und
Gott war das
Wort' oder 'und das Wort war Gott'? Das macht einen signifikanten
Sinnunterschied
aus: im ersten Fall ist Gott Wort und im zweiten Fall ist das Wort
göttlich.
Siebenthal und Hoffmann schreiben
in ihrer Griechischen
Grammatik:
"1. Stellt sich bei zwei nominalen
Satzelementen die
Frage, welches von beiden das Subjekt, bzw. das Prädikatsnomen (SiDE)
sei, so gilt folgendes:
a) Sind beide determiniert (d.h. mit
Artikel [...]) -
oder nicht determiniert - so handelt es sich in der Regel beim ersten
um
das Subjekt und beim zweiten um das Prädikatsmnomen (SiDE).
b) Ist eines nicht determiniert, so
handelt es sich bei
diesem grundsätzlich um das Prädikatsnomen (SiDE)."
Griechische Grammatik zum Neuen Testament,
Ernst G. Hoffmann,
Heinrich v. Siebenthal, Immanuel Verlag, Riehen/Schweiz, Zweite
Auflage,
1990, §135c, S.185
-> d.h. da logos
determiniert (einen Artikel hat) und
theos nicht determiniert ist (keinen Artikel hat), ist logos das
Subjekt
und theos das Prädikatsnomen (das Nomen das zum Prädikat: 'war'
gehört). Das bedeutet, dass man es so übersetzen muss:
und das Wort (Subjekt)
war (Prädikat)
Gott. (Prädikatsnomen)
Auch im "Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament" steht: "θεός ist Prädikat", d.h. dass theos als Prädikatsnomen zum Prädikatsverbund gehört (Fritz Rienecker, Brunnen Verlag, Gießen-Basel, 8. Auflage, 1952, S.195) und verweist auf folgende externe Quelle: Adolf Schlatter, Der Evangelist Johannes, Stuttgart, 1930, S.3
=> Johannes: Das Wort (Jesus) war Gott und wurde Fleisch (Mensch)
1. Joh 5
20 Wir wissen aber, daß der Sohn Gottes
gekommen
ist und uns Verständnis gegeben hat, damit wir den Wahrhaftigen
erkennen;
und wir sind in dem Wahrhaftigen, in seinem Sohn Jesus
Christus. Dieser
ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben.
In 1. Joh 5, 20 steht im
Griechischen (Nestle-Aland, 26.
Auflage) folgender Text (Deutsch nach: Interlinearübersetzung, Ernst
Dietzfelbinger, hänssler, 1994, S.1049):
... kai (und)
esmen (wir sind) en (in)
tw (dem) alhqinw (Wahrhaftigen),
en (in) tw uiw autou (seinem
Sohn)
Ihsou (Jesus) Cristw (Christus).
outos (Dieser) estin (ist)
o (der) alhqinos (wahrhaftige)
qeos (Gott) kai (und)
zwh aiwnios ((das) ewige Leben).
Worauf bezieht sich nun dieses
Demonstrativpronomen: outos
- Dieser? Auf "Jesus Christus" oder auf "in dem Wahrhaftigen"?
"Der alte Streit, ob outos
auf Ihsou Cristw oder
auf en
tw alhqinw geht, kann nach alledem nur so entschieden
werden, daß
hier Jesus Christus als der wahrhaftige Gott und das ewige Leben
bekannt
wird. (Friedrich Büchsel, Die Johannesbriefe, in: Theologischer
Handkommentar
zum Neuen Testament, 4. Auflage, Leipzig, 1922, S.89)" Fritz Rienecker,
Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament, Brunnen
Verlag,
Gießen-Basel, 1955, S.604
=> Johannes bezeugt, dass
Jesus "der wahrhaftige Gott
und das ewige Leben ist." vgl. dazu auch Joh 11,25 wo Jesus sagt: "Ich
bin die Auferstehung und das Leben"
3. Auch ausserbiblische Quellen weisen darauf hin, dass Jesus von Anfang an als Gott verehrt wurde
3.1.1.
Ignatius, Bischof von Antiochia
der von 35-ca.117 n. Chr. gelebt hatte, schrieb sehr klar:
"Denn unser Gott Jesus,
der Christus, wurde von
Maria im Leibe getragen nach dem Heilsplan Gottes, aus Davids Samen
zwar,
und doch aus dem Heiligen Geist;" Ignatius an die Epheser 18,2
"Ich bete darum, daß ihr allezeit stark seid in unserem Gott Jesus Christus; in ihm mögt ihr bleiben in Einheit mit Gott und in seiner Hut. Ich grüße Alke, den mir lieben Namen. Lebt wohl im Herrn." Ignatius an Polycarp 8,3
"Ignatius, der auch Theophorus heißt, an die durch die Größe des höchsten Vaters und Jesu Christi, seines einzigen Sohnes, mit Barmherzigkeit begnadete Kirche, die geliebt und erleuchtet ist durch den Willen dessen, der seinen Willen auf alles, was da ist, gerichtet hat gemäß dem Glauben und der Liebe Jesu Christi, unseres Gottes, (an die Kirche), die auch im Gebiet der Römer den Vorsitz führt, gotteswürdig, ehrwürdig, preiswürdig, lobwürdig, des Erfolgs und der Heiligung würdig, die den Vorsitz in der Liebe führt, Christi Gesetz haltend, des Vaters Namen tragend, welche ich auch begrüße im Namen Jesu Christi, des Sohnes des Vaters; die nach Fleisch und Geist in jedem seiner Gebote Geeinten, die da unerschütterlich erfüllt sind von der Gnade Gottes und geläutert von jeder fremden Farbe, grüße ich von ganzem Herzen ohne Tadel in Jesus Christus, unserem Gott." Ignatius an die Römer, Vorrede
"Deshalb hütet euch vor solchen Menschen! Das aber wird geschehen, wenn ihr nicht hochmütig seid, sondern unauflöslich verbunden mit dem Gott Jesus Christus, dem Bischof und den Vorschriften der Apostel." Ignatius an die Traller 7,1
=> Ignatius bezeichnete Jesus klar und eindeutig als Gott.
3.1.2.
Der Kirchenvater Irenäus,
Bischof von Lyon, Märtyrer, geb. um 135 in Kleinasien + um
202,
der ein Schüler des Polycarp, der ein Schüler des Apostels Johannes
war, schrieb:
"Sie [die Gemeinde] hat von den Aposteln
und Schülern
den Glauben empfangen, den Glauben an den Einen Gott, den
allmächtigen
Vater, den Schöpfer des Himmels und der Erde und der Meere
und
alles was in ihnen ist, und an den einen Christus Jesus, den
Sohn
Gottes, der zu unserem Heil Fleisch angenommen hat, und an
den Heiligen
Geist, der durch die Propheten die Heilsordnung Gottes
verkündet
hat, die zweifache Ankunft des Herrn, seine Geburt aus der Jungfrau,
sein
Leiden, seine Auferweckung von den Toten und die leibliche Himmelfahrt
unseres geliebten Herrn Christus Jesus ..."Irenäus, Gegen die Häresien,
I.10.1 zit. bei: Eberhard Arnold, Am Anfang war die Liebe, Dokumente,
Briefe
& Texte der Urchristen, S.115
=> Irenäus, dachte trinitarisch, d.h. er sah den Vater, den Sohn (Jesus) und den Heiligen Geist als einen Gott, wie es auch im Romanum und später im Apostolischen Glaubensbekenntnis ausgedrückt wurde.
3.2. Gajus Plinius Caecilius Secundus (auch bekannt als Plinius der Jüngere 61-113 n. Chr.), röm. Autor, erfolgreicher Anwalt und Konsul, schrieb über die Christenprozesse an Kaiser Trajan, als er so viele Christen getötet hatte, dass er sich fragte, ob er weiterhin jeden Christen töten solle:
"Sie [die ehemaligen Christen]
versicherten darüber
hinaus, ihre ganze Schuld oder ihr ganzer Irrtum habe darin bestanden,
daß sie sich gewöhnlich an einem bestimmten Tage vor Sonnenaufgang
versammelten, Christus wie einem Gott einen Wechselgesang
darbrachten
und sich durch Eid nicht etwa zu irgendeinem Verbrechen verpflichteten,
sondern keinen Diebstahl, Raubüberfall oder Ehebruch zu begehen, ein
Versprechen nicht zu brechen, eine angemahnte Schuld nicht abzuleugnen.
Danach seien sie gewöhnlich auseinander gegangen und dann wieder
zusammengekommen,
um Speise zu sich zu nehmen und zwar ganz gewöhnliche und
unschädliche."
Briefe X.96
Mehr über diesen Briefwechsel: histjesu.htm#plinius
=> Plinius hat uns
überliefert, dass die Christen
Jesus im Wechselgesang als Gott anbeteten.
3.3.
Der griechische Satiriker Lukian
(Lucian) von Samosata (120-ca.180 n. Chr.) schrieb um das
Jahr 170
n. Chr. über das Lebensende des Peregrinus (De morte Peregrini, 11):
"Denn diese armen Leute haben sich in den
Kopf gesetzt,
dass sie mit Leib und Seele unsterblich werden, und in alle Ewigkeit
leben
würden: daher kommt es dann, dass sie den Tod verachten und viele
von ihnen ihm sogar freiwillig in die Hände laufen. Überdies
hat ihnen ihr erster Gesetzgeber beigebracht, dass sie untereinander
alle
Brüder würden, sobald sie den großen Schritt getan hätten,
die griechischen Götter zu verleugnen, und ihre Knie vor
jenem
gekreuzigten Sophisten zu beugen, und nach seinen Gesetzen zu leben."
=> Lukian teilt uns mit,
dass die Christen ihre Knie (in
der Anbetung) vor Jesus beugten und nicht mehr vor den griechischen
Göttern.
3.4.
Ein entdecktes Spottkruzifix
veranschaulicht ebenfalls, dass die Christen Jesus als Gott
anbeteten,
weswegen sie zum allgemeinen Spott wurden.
Paulus schrieb zu dieser Torheit (in den
Augen der Heiden)
und dieses Ärgernisses (in den Augen der Juden) einen gekreuzigten
Gott anzubeten in seinem ersten Brief an die Korinther:
22 Und weil die Juden Zeichen fordern und
die Griechen
(griech. hellen - Griechen, Nichtjuden) Weisheit suchen,
23 predigen wir Christus als gekreuzigt,
den Juden ein
Ärgernis und den Nationen (griech. ethnos - Nationen, Völker)
eine Torheit;
1.Kor 1,22-23
3.5. Die Glaubensbekenntnisse lassen keinen Zweifel an der Gottheit Jesu
Alle frühen christlichen Glaubensbekenntnisse, bekennen Jesus als Gott. Die Lehre, dass Jesus Gott ist, ist also bereits im Urchristentum vorhanden:
3.5.1 Apostolische Glaubensbekenntnisse
Die Apostolischen Glaubensbekenntnisse sind die ältesten Glaubensbekenntnisse des Christentums. Sie reichen bis in die apostolische Zeit des 1. Jhds. hinein und haben alle eine dreigliedrige Form, wie der Taufbefehl Jesu (vgl. Mt 18,20), in der sie den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist als einen Gott bekennen (als Dreieinigkeit).
3.5.1.1 Taufbekenntnis (2. Jhd.n.Chr.)
"Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn. Und an den Heiligen Geist, die heilige Kirche, des Fleisches Auferstehung."
3.5.1.2. Romanum (2. Jhd.n.Chr.)
"Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen; und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn, der geboren ist aus dem Heiligen Geist und der Jungfrau Maria, der unter Pontius Pilatuis gekreuzigt und begraben wurde, am dritten Tag auferstand von den Toten, auffuhr in den Himmel, sitzt zur Rechten des Vaters, von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten; und an den Heiligen Geist, die heilige Kirche, die Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches."
3.5.1.3. Endgültige Form des apostolischen Glaubensbekenntnisses (5. Jhd.n.Chr.)
"Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der
Erde,
und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unseren
Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren durch die Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in die Hölle (Unterwelt)
und am dritten Tage auferstanden von den
Toten,
aufgefahren in den Himmel,
er sitzt zur Rechten Gottes, des
allmächtigen Vaters,
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige katholische [bedeutete früher:
allgemeine]
Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung des Fleisches
und das ewige Leben. Amen."
3.5.2. Nicänisches Glaubensbekenntnis (381.n.Chr.)
Auch das Nicänische Glaubensbekenntnis hat diese dreigliedrige Form des Bekennens: Gott der Vater, Gott der Sohn (Jesus) und Gott der Heilige Geist wird als ein Gott bekannt.
"1. Ich glaube an den einen Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
Schöpfer Himmels und der Erde, aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge.
2. Und an den Einen Herrn Jesus
Christus, Gottes einziggeborenen
Sohn. Er ist aus dem Vater geboren vor aller Zeit
Gott von Gott,
Licht vom Licht wahrer Gott vom wahren Gott gezeugt, nicht geschaffen
wesenseins
mit dem Vater. Durch ihn ist alles geschaffen. (vgl.
Kol 1,16-17) Er ist für uns Menschen und um unseres Heiles
willen
vom Himmel herabgestiegen. Und er wurde Fleisch durch den Hl. Geist aus
Maria der Jungfrau, und ist Mensch geworden; er wurde auch für uns
gekreuzigt unter Pontius Pilatus, hat gelitten und ist begraben worden,
und er ist auferstanden am dritten Tage nach der Schrift. Und er ist
aufgefahren
in den Himmel. Er sitzt zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen in
Herrlichkeit, zu richten die Lebenden und Toten, und seines Reiches
wird
kein Ende sein.
3. Und an den Heiligen Geist,
den Herrn und Lebensspender,
der vom Vater und vom Sohn (filioque) ausgeht. Er wird mit dem Vater
und
dem Sohn zugleich angebetet und verherrlicht. Er hat gesprochen durch
die
Propheten.
4. Und die eine, heilige, katholische und
apostolische
Kirche (una sancta catholica et apostolica ecclesia). Ich bekenne die
eine
Taufe zur Vergebung der Sünden und erwarte die Auferstehung der Toten
und das Leben der zukünftigen Welt."
3.5.3. Athanasisches Glaubensbekenntnis (7. Jhd.n.Chr.)
Im Athanasischen Glaubensbekenntnis wird ebenfalls der Vater, der Sohn (Jesus) und der Heilige Geist als ein Gott bekannt:
"1 Wer da selig werden will, der
muß vor allem den
katholischen [bedeutete früher: allgemeingültigen] Glauben (catholica
fides) festhalten. 2 Wer ihn nicht ganz und unverletzt bewahrt, wird
ohne
Zweifel ewig verlorengehen. 3 Dies aber ist der katholische Glaube, daß
wir den Einen Gott in der Dreiheit und die Dreiheit in der Einheit
verehren,
4 ohne die [drei] Personen [lat. persona] zu vermischen und ohne das
[eine
göttliche] Wesen zu trennen. 5 Eine andere ist nämlich die Person
des Vaters, eine andere die des Sohnes,
eine andere die des
Heiligen Geistes. 6 Aber dem Vater und Sohn
und Heiligen
Geist eignet [nur] Eine Gottheit, gleich in der
Herrlichkeit, gleich
in der ewigen Majestät. 7 Wie der Vater so der Sohn,
so der Heilige Geist: 8 ungeschaffen ist der Vater,
ungeschaffen
der Sohn, ungeschaffen der Heilige Geist.
9 Unermeßlich
ist der Vater, unermeßlich der Sohn,
unermeßlich
der Heilige Geist. 10 Ewig ist der Vater,
ewig der Sohn,
ewig der Heilige Geist. 11 Und dennoch sind es nicht
drei Ewige,
sondern Ein Ewiger. 12 Wie auch nicht drei
Ungeschaffene und nicht
drei Unermeßliche, sondern Ein Ungeschaffener und Ein Unermeßlicher.
13 Ebenso ist allmächtig der Vater, allmächtig der Sohn,
allmächtig der Heilige Geist. 14 Und dennoch sind
nicht drei
Allmächtige, sondern Ein Allmächtiger. 15 So ist der Vater
Gott, der Sohn Gott, der Heilige
Geist Gott, 16 und dennoch
sind es nicht drei Götter, sondern es ist nur Ein Gott.
17
So ist der Vater Herr, der Sohn Herr,
der Heilige Geist
Herr, 18 und dennoch sind es nicht drei Herren, sondern es
ist nur
Ein
Herr. 19 Denn wie wir nach der christlichen Wahrheit jede
Person einzeln
als Gott und Herrn bekennen müssen, so verbietet uns auch die
katholische
Religion, drei Götter oder Herren anzunehmen. 20 Der
Vater ist
von niemandem gemacht, noch geschaffen, noch gezeugt. 21 Der Sohn
ist
vom Vater allein, nicht gemacht, noch geschaffen, sondern gezeugt. 22
Der
Heilige
Geist ist vom Vater und Sohn nicht gemacht, noch geschaffen,
noch gezeugt,
sondern ausgehend. 23 Es ist also
Ein Vater, nicht drei Väter,
Ein
Sohn, nicht drei Söhne,
Ein Heiliger Geist, nicht drei
Heilige Geister. 24 Und in dieser Dreieinigkeit ist nichts früher
oder später, nichts größer oder kleiner, 25 sondern alle
drei Personen sind untereinander gleichewig und gleichwertig, so daß
in allem, wie bereits oben gesagt wurde, sowohl die Dreiheit in der
Einheit
als auch die Einheit in der Dreiheit zu verehren ist. 26 Wer daher
selig
werden will, muß diese Meinung von der Dreieinigkeit haben.
27 Aber zum ewigen Heil ist es [außerdem]
notwendig,
auch treu an die Fleischwerdung (incarnatio) unseres Herrn Jesus
Christus
zu glauben. 28 Das ist also der rechte Glaube, daß wir glauben und
bekennen, daß unser Herr Jesus Christus Gottes Sohn und Gott
und
Mensch zugleich ist. 29 Gott ist er, aus des Vaters Wesen
von Ewigkeit
her gezeugt, und Mensch ist er, aus der Mutter Wesen in der Zeit
geboren.
30 Ein vollkommener Gott, ein
vollkommener Mensch, bestehend
aus einer vernünftigen Seele und einem menschlichen Leibe. 31 Dem
Vater gleich der Gottheit nach, geringer als der Vater der Menschheit
nach.
32 Und wenn er auch Gott ist und Mensch, so sind es doch nicht zwei,
sondern
Ein Christus. 33 Einer aber, nicht, als wäre die Gottheit ins Fleisch
verwandelt worden, sondern weil Gott die Menschheit angenommen hat. 34
Ganz und gar Einer, nicht durch Vermischung des Wesens, sondern durch
die
Einheit der Person. 35 Denn wie die vernünftige Seele und der Leib
nur Ein Mensch ist, so ist Gott und Mensch Ein Christus. 36 Der
gelitten
hat für unser Heil, abgestiegen ist in die Hölle (Unterwelt),
am dritten Tage auferstanden ist von den Toten. 37 Aufgefahren in den
Himmel,
sitzt er zur Rechten des Vaters; von dort wird er kommen, zu richten
die
Lebenden und die Toten. 38 Zu seiner Ankunft müssen alle Menschen
mit ihren Leibern auferstehen und sie werden Rechenschaft ablegen über
ihre eigenen Taten. 39 Und die Gutes getan haben, werden ins ewige
Leben
eingehen, die Böses getan haben, ins ewige Feuer.
40 Dies ist der katholische Glaube! Wer
ihn nicht treu
und fest glaubt, kann nicht selig werden."
Auch in der Didache, (Apostellehre: "Die Lehre des Herrn durch die zwölf Apostel für die Heiden." heisst es in der Überschrift), einer urchristlichen Schrift die Ende 1. Jhd. bis Anfang 2. Jhd entstanden ist, wird der Taufbefehl Jesu (vgl. Mt 18,20) mit dem Taufen auf den Namen des Vaters, des Sohnes (Jesus) und den Heiligen Geistes befohlen (wie bei den dreigliedrigen Glaubensbekenntnissen).
"7,1. Betreffs der Taufe aber:
Tauft so: Nachdem ihr dies
alles zuvor gesagt habt, tauft auf den Namen des Vaters und
des
Sohnes
und
des Heiligen Geistes mit lebendigem (= fließendem)
Wasser.
2. Wenn du aber kein lebendiges Wasser
hast, taufe in
anderem Wasser. Wenn du aber nicht in kaltem Wasser (taufen) kannst,
(dann)
in warmem.
3. Wenn du aber beides nicht hast, dann
gieße auf
den Kopf dreimal Wasser auf den Namen des Vaters und
des Sohnes
und
des Heiligen Geistes."
"Seine Lehren hatten etwas Grundlegendes, Endgültiges – sie gingen weit hinaus über die von Mose und den Propheten. Er fügte niemals nachträgliche Bemerkungen oder Korrekturen hinzu. Er nahm nichts zurück und änderte nichts ab. Er sprach keine Vermutungen oder bloße Annahmen aus, sondern redete völlig gewiss. Das alles steht so im völligen Gegensatz zu menschlichen Lehrern und Lehren." Fred John Meldau, Proofs of the Deity of Christ from the Gospels, S. 5
"Jesus Christus ist Gott; er, der im Mutterleib einer Jungfrau empfangen wurde und in einer Krippe Bethlehems geboren wurde, ist es jetzt und war es schon immer: der Gott, der über allem ist, und der für immer gesegnet ist. Es gibt kein Evangelium [gr. eúangélion - dt: gute Nachricht/Neuigkeit], wenn er nicht Gott ist. Es ist keine Neuigkeit für mich, wenn mir gesagt wird, dass ein großer Prophet geboren wurde. Es gab schon große Propheten aber noch nie wurde die Welt nur dadurch vom Bösen erlöst, dass man die Wahrheit bezeugt und das wird sie auch nie werden. Aber erzähle mir, dass Gott geboren wurde, das Gott selbst unsere Natur annahm und uns mit ihm einsgemacht hat, dann läuten die Glocken meines Herzens fröhlich, weil ich nun zu Gott kommen kann, da Gott zu mir gekommen ist." Charles Haddon Spurgeon, God Incarnate, the End of Fear, "And the angel said unto them, Fear not." - Luke ii. 10. [Gott wurde Fleisch, das Ende der Furcht, "Und der Engel sprach zu Ihnen, fürchtet euch nicht." - Lukas 2,10]
"Wenn man mit historischer Objektivität an diese Frage herangeht, stellt sich heraus, dass selbst die säkulare Geschichte bestätigt, dass Jesus auf dieser Erde lebte und dass er als Gott verehrt wurde. Er gründete eine Kirche, die ihn neunzehnhundert Jahre lang anbetete. Er veränderte den Lauf der Weltgeschichte." William Childs Robinson, Our Lord, S. 29
"Keine einzige anerkannte religiöse Persönlichkeit – weder Moses noch Paulus, Buddha, Mohammed, Konfuzius usw. hat jemals von sich behauptet, Gott selbst zu sein – mit Ausnahme von Jesus Christus. Er ist der einzige Religionsstifter, der stets behauptet hat, Gott zu sein, und die einzige Persönlichkeit, die einen großen Teil der Welt auch davon überzeugt hat, dass er es ist." Thomas Schultz, The Doctrine of the Person of Christ, S. 209